Lichtbringer adaptiert das Harry-Potter-Universum (2)

2. Die Motive für eine Kampagne

Nachdem ich im letzten Artikel die allgemeinen Felder der Grundlagen und der Spielmechanismen abhandelte, schildere ich hier ein paar Details für eine mögliche Kampagne, die in Hogwarts im Jahre 2015 spielt.

Motive und Kampagnenaspekte

Wie bereits im ersten Teil erwähnt, ist es sehr hilfreich, die Motive der Potter-Romane aufzugreifen und (in abgewandelter Form) zu verwenden. Dieser Abschnitt behandelt dabei die übergreifenden Konzepte.

Die Geheimhaltung

Da ist zunächst die Geheimhaltung vor den Muggeln zu nennen, die im Hintergrund immer wieder wichtig wird. In den Romanen, die in den 90ern spielen, geschieht dies vor allem durch Gedächtniszauber.

Wir wollten 2015 spielen, wo praktisch jeder Muggel mit einem Kameratelefon durch die Gegend läuft, das jede Aufzeichnung von Magie sofort über das Netz auf dem halben Planeten verteilen kann (https://xkcd.com/1235/).

Erster Schritt: Muggelkunde ist die ersten zwei Jahre Pflichtfach in Hogwarts. Der Hauptfokus liegt darauf, die man im Verborgenen bleibt. Das erste Foto, das jeder in diesem Unterricht sieht, ist das zerstörte Hiroshima. Die Botschaft hier ist sehr klar: Muggel sind nicht böse, aber sehr gefährlich.

Ab dem dritten Jahr ist Muggelkunde dann Wahlfach und fokussiert sich viel eher darauf, Muggel zu verstehen und in ihrer Welt zurecht zu kommen.

In Folge dessen ist auch die Hochachtung von Reinblüter gerade am Kippen, deren Unwissen über Technologie man zunehmend als Bedrohung der Zauberwelt empfindet.

Aspekt: Die Geheimhaltung wankt.

Die neue Version des Blutstatus

Ich erachtete es auch für wichtig, dass die Herkunft einer Person bzw. eines Schülers weiterhin eine wichtige Frage des Ansehens ist, weil es nicht nur ein zentrales Motiv ist, sondern auch einen wichtigen Konflikt- und Reibungspunkt zwischen den Charakteren darstellt. Ich wollte aber nicht die alte Blutreinheits-Ideologie auspacken.

Daher habe ich die Syntisten erfunden. Die Idee ist folgende: Im Zuge des neuen Fokus darauf, wie wichtig Wissen über Muggeltechnologie ist, entstand ein sehr prägendes Buch mit dem Titel „Synthetisches Leben, Leben in Sythese“. Der Autor blieb anonym.

Es war ein recht harmloses Traktat darüber, warum es besser sei, beide Kulturen zu kennen. In seinen Beispielen ist es etwas extremer und kritisiert vor allem Reinblüter etwas deutlicher, aber es ist trotzdem wenig aggressiv.

Doch es trat eine Bewegung los: Eine Art Halbblüter-Ego-Club, in dem einige (!) Halbblüter sich als überlegen sehen, weil sie beide Kulturen von Geburt an kennenlernten.

Ob diese Gruppe wirklich eine ganze Bewegung ist oder hier nur Panikmache vor einigen Individuen vorliegt, ist unklar. Der Tagesprophet gab ihnen auf jeden Fall zwei Namen: Ursprünglich warfen sie den Begriff „Syns“ in die Runde, weil dieser lächerlich klingen soll. Dieser wurde aber von den Syns bald als positiv belegt übergenommen. Deshalb schreiben sie heute von den gefährlichen „Syntisten“ („-isten“, damit es mehr wie Fanatiker klingt), einer angeblich bedrohlich schnell wachsenden Gruppe, die alle politischen Institutionen der magischen Welt vernichten will.

Aspekt: Rütteln die Syns an den Grundpfeilern der Gesellschaft?

Haus Slytherin

Dem erfahrenen Potter-Fan stellt sich damit natürlich sofort die Frage: Wie sieht es denn nun mit Haus Slytherin aus?

Dieses Haus hat sich massiv gewandelt. Praktisch jeder distanziert sich von Tom Riddle (den man fast ausschließlich unter Geburtsnamen bespricht), schließlich mag niemand einen Verlierer.

Eine kleine Minderheit von Reinblütern sieht ihn als Schädiger der Mission. Warum sollte man Schlammblute töten? Tote können einem nicht mehr dienen.

Die meisten orientieren sich mehr an den Idealen der Raffinesse und Ambition, die Salazar verkörperte. Sie sehen Salazar auch mehr als Kind seiner Zeit. Natürlich war er dagegen, Muggelstämmige auszubilden. Von was für Muggelstämmigen redete er denn damals? Aus heutiger Sicht waren das frauenfeindliche, primitive, analphabetische Anhänger einer Form des Christentums, die wir heute als radikalen Fundamentalismus sähen. Sie glaubten ehrlich an so schöne Lehrsätze wie „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen.“ Natürlich gibt man solchen Leuten keine Macht. Slytherin war nicht böse, er war vorsichtig und vorausschauend.

Aspekt: Haus Slytherin überwindet seine Vergangenheit.

Dumbledores langer Schatten

Sehr viel umstrittener ist Albus Dumbledore und sein Lebenswerk. Während viele ihn weiterhin als Lichtfigur sehen, gibt es auch viele Kritiker. Andere dagegen sehen ihn vor allem als Pragmatiker. Gerade unter letzteren führen viele den Tod der Potters und Harrys Überleben als Beispiel für dessen strategische Verantwortung an. Sie vertreten die Interpretation, Dumbledore hätte die Konfrontation mit Riddle bewusst herbeigeführt und somit zwei Figuren geopfert, damit der schwarze König sich selbst matt setzt – brillante Strategie.

Aspekt: Dumbledores schwieriges Erbe

Jugendliche Romantik

Außerdem wollte die Runde die Möglichkeit haben, Romantik und Ähnliches im Spiel abzubilden – spielen ja auch in den Romanen und in echten Jugendlichen eine große Rolle. Da wir Anfang der dritten Klasse loslegen wollten (also 13- bis 14-Jährige), sollte hier bei Manchen langsam Interesse erwachen.

Um dafür eine Plattform zu bieten, auf der sich auch Charaktere unterschiedlicher Häuser außerhalb des Unterrichts begegnen können, habe ich den allgemeinen Gemeinschaftsraum (kurz: GM) eingeführt. Dieser wurde kurz nach dem Krieg geschaffen, um Kontakt zwischen den Häusern zu fördern.

Es gibt das Phänomen, das die Lehrer die „GM-Lücke“ nennen: Die Erstklässler kommen die ersten Wochen aus Neugier hin und bleiben danach erst einmal weg, weil sie sich mehr mit den Leuten in ihrem Haus identifizieren. Ab der dritten Klasse und vor allem aber ab der vierten kommen sie dann immer öfter wieder, weil man hier natürlich mehr Chancen auf Kontakte mit dem erwünschten Geschlecht hat.

Aspekt: Huch, Hormone!

Motive und Nichtspielercharaktere

Wie mehrfach erwähnt, erachte ich es für sehr wichtig, die Pottermotive auch in den Figuren widerzuspiegeln. Da ich den Spielern die Freiheit geben wollte, neben ihren SCs vielleicht noch ein paar Freunde dazu zu erschaffen, erledigte ich das vor allem durch den Lehrkörper. Als Verantwortungsträger sind diese sowieso in einer Position, das Geschehen auf der Schule maßgeblich zu formen.

Aus dem Kanon übernommen wurden: Aurora Sinistra (Astronomie), Cuthbert Binns (Geschichte), Filius Flitwick (Zauberkunst und stellv. Leiter und Hauslehrer von Ravenclaw), Irma Pince (Bibliothekarin), Neville Longbottom (Kräuterkunde und Hauslehrer von Gryffindor), Poppy Pomfrey (Krankenschwester), Rubeus Hagrid (Magische Geschöpfe), Septima Vektor (Arithmantik und Hauslehrerin von Slytherin) und Sibyll Trelawney (Wahrsagen).

Folgende Figuren habe ich neu erschaffen:

Amycus Smith

Der Verwandlungslehrer und Hauslehrer von Hufflepuff ist ein 61 Jahre altes Kind. Das Gesicht mit den grünen Augen, umrahmt von den wilden roten Haaren mit leichten grauen Strähnen trägt eigentlich ständig ein Grinsen. Sein Unterricht ist sehr beliebt, weil er zu den wildesten Beispielen neigt. Warum sollte man einen Igel in ein Nadelkissen verwandeln, wenn er auch ein klebriges Gummikissen werden kann, mit dem sich die Schüler dann eine Kissenschlacht leisten können?

Smith füllt die motivische Lücke des freundlichen, aber manchmal etwas naiven Lehrers, die zuvor Sprout zukam.

Aspekte: Die Lage ist hoffnungslos aber nicht ernst!

Kinder sind doch meistens harmlos und im Herzen gut.

Frederic Lionheart

Frederic Lionheart hört man sofort an, dass er Amerikaner ist. Nicht dass das nicht eh jeder wüsste, denn Professor Lionhart ist weltberühmt.

In den Jahren nach Riddles Untergang gab es in Amerika eine ähnliche Bewegung namens „Flight from Death“ (FfD). Auch wenn diese Bewegung einen wichtigen Anführer in Abraham Thane hatte, war sie viel mehr eine Massenbewegung als eine Konzentration auf einen einzelnen Magier. Dem entsprechend war der Kampf gegen diese viel mehr ein Krieg als jener in Britannien – mit vielen Schlachten und langfristigen Kampagnen durch das viel dünner bevölkerte Amerika.

Ein junger Mann tat sich hier als begabter Anführer und extrem mächtiger Kämpfer besonders hervor: Frederic Sebastian Lionheart. (Seinen Zweitnamen kann er übrigens nicht ausstehen.) Als Anführer nutzte er geschickte Strategien und extreme Taktiken und scheute auch vor dem Einsatz von Muggelwaffen nicht zurück. (Originalzitat: „Dieser Krieg wurde von zwei Leuten gewonnen: von mir und von Michail Kalaschnikow.“)

Als Kämpfer ist er eine Ein-Mann-Armee. Nicht nur kann er mit einem Zauberstab pro Hand kämpfen. Er ist auch der einzige bekannte Magier, dessen Patronus die Form eines Menschen hat (Menschen sind schließlich auch Tiere). Sein Patronus hat die Gestalt seiner Frau. Er kann davon bis zu vier erzeugen, die je auch zwei Stäbe einsetzen können, so dass Lionheart mit bis zu zehn Stäben gleichzeitig Todesflüche wie Konfetti um sich schleudern kann.

Nach dem Sieg seiner Armeen hätte Lionheart die halbe Welt erobern können. Aber er hat keinerlei Interesse an Macht und Krieg. Er nahm diese Rolle nur aus Notwendigkeit ein. Am Ende motiviert ihn nur seine Familie. Seit er Padma Patil heiratete, lebt er in Britannien und unterrichtet Verteidigung – zunächst als Privatlehrer, seit diesem Jahr als Professor in Hogwarts. Dort hat er mehr Kontakt mit seinen beiden Töchtern Pavati und Padmini – die beiden Söhne (Michael und John) sind noch zu jung für die Schule.

Der 37-Jährige ist hoch und schlank, sehr sportlich und muskulös. Sein Haar ist lockig und braun, seine braunen Augen sitzen in einem sehr kantigen Gesicht. Eine echte Schönheit ist er nicht, aber seine Berühmtheit zieht einige Schülerinnen an.

Als Lehrer ist er umstritten, soweit man das bei jemandem sagen kann, der erst ein paar Woche aktiv ist. Einerseits ist es gnadenlos ehrlich und pragmatisch. (Zum Beispiel wenn er bei seiner Patrouille ein Pärchen erwischt, dann überprüft er nur kurz, ob sie den Verhütungszauber beherrschen und lässt sie dann in Ruhe. Er hält den Versuch, einen mehrere hundert Millionen Jahre alten Instinkt aufzuhalten, für naiv.) Andererseits ist er am Ende Soldat und Offizier und somit als Lehrer für die zivile Verteidigung nicht immer geeignet.

Lionheart erfüllt thematisch zwei Funktionen: Einerseits habe ich die Figur Dumbledores in zwei Funktionen aufgeteilt: der berühmte Kämpfer, der an Macht nicht interessiert ist (Lionheart), und der Schulleiter, der nicht immer zur Stelle ist, um das Problem zu lösen (Red). Andererseits ist er der frische und noch eher unbekannte Verteidigungslehrer. (Der Fluch der Position ist übrigens seit Riddles Tod gebrochen. Der vorherige Lehrer hielt mehrere Jahre. Es ist reiner Zufall, dass Lionheart in diesem Jahr neu ist.)

Aspekte: Ein-Mann-Armee

Familie über alles

Denkt eher wie ein Feldherr als wie ein Lehrer.

Neville Chamberlain

Professor Chamberlain ist der Lehrer für Muggelkunde. Der 75-Jährige zeigt die typischen Zeichen des langsamen Alterns, das Zauberer durchleben. Sein Haar ist noch vollkommen schwarz, seine Augen von einem milden braun und nur sein deutlicher Bauch weist den kleinen Mann als älter aus. Falten trägt er nur wenige. Da ist seine altmodische Begeisterung für das Pfeifenrauchen schon eher an Indikator.

Obwohl seine Eltern und auch weiteren Vorfahren magisch waren, kennt er sich wirklich bestens mit Muggeldingen aus. Sein Interesse an der Muggelwelt entstand in seiner Schulzeit, als die muggelstämmigen Mitschüler sich sehr über seinen Namen amüsierten. Es ist wohl ein deutliches Zeichen der Muggelignoranz seiner Eltern, dass sie auf den Gedanken kamen, ihren Sohn Neville zu nennen. Wenige Jahre nach dem Scheitern der Appeasement-Politik war sein Namensvetter unter den Muggelstämmigen ziemlich verschrien. Sein zweiter Vorname, Marvolo, macht die Sache nicht besser.

Von diesem Anstoß fing er an, sich mit Muggeln zu befassen. Der Funken der Neugier entwickelte sich rasch zu einer Mischung aus Faszination und Respekt (erstrecht seit der Mondlandung). Heute ist er sowohl die begeisternde, aber auch die warnende Stimme, wenn er in seinem Unterricht von der Macht der Muggel redet. Er bleibt immer auf dem Laufenden, was Technologie angeht, und bedauert öfter laut, dass diese in Hogwarts nicht funktioniert. Nichts täte er lieber als die Bibliothek der Schule von totem Baum und toter Tierhaut auf ein Wiki aufzurüsten, das jeder auf der Welt jederzeit besuchen könnte.

Für viele Schüler ist der ruhige Lehrer aber viel mehr als ein bloßer Vermittler von Wissen. Seine einfühlsame und besonnen Art macht ihn zu einem oft aufgesuchten Berater und Vertrauten – seine Studien der Fortschritte, die die Muggel in der Psychologie gemacht haben, machen ihn auch ein wenig zum Ersatz für einen Schulpsychologen. Wenn jemand Sorgen hat oder sich auffällig benimmt, dann wissen die Vertrauensschüler sofort, an welche Lehrkraft man sich wenden sollte.

Diese fürsorgliche Ader zeigt sich auch in Chamberlains Familie: Er hat sechs Kinder, von denen er nicht eins zeugte, sondern sich ihrer annahm. Über den Verlauf des Konflikts mit Tom Riddle adoptierte er diese Waisen. Obwohl er somit nicht an deren Entstehung beteiligt war, bezeichnet er sie (auf Rückfrage mit Nachdruck) als seine Kinder.

Neville Chamberlain ist als erwachsene Vertrauensperson gedacht, ähnlich wie es Remus Lupin und Sirius Black waren. Außerdem gehört er zu der Erklärung, warum die magische Welt nicht längst entdeckt wurde, obwohl die Muggeltechnik so schnell besser wird.

Aspekte: Freundliche Vertrauensperson

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Rebecca La Velle

Trotz ihrer französischen Vorfahren spricht Rebecca La Velle ein sehr gewähltes und kultiviertes Englisch. Das mag zunächst überraschen, ist sie doch bloß die Hausmeisterin der Schule. Es überrascht auch, weil sie auch in anderer Hinsicht (im Wortsinne) bezaubernd ist. Von ihrer Mutter hat die Halbveela die magische Aura geerbt, mit der sie die Augen der Männer auf sich zieht. Auch körperlich ist sie wunderschön und jungaussehend trotz ihrer 48 Jahre. Ihre weißblonden Haare und blauen Augen zeigen ihre Vorfahren deutlich.

Ob sie weitere magische Fähigkeiten hat, darüber brodelt die Gerüchteküche, seit La Velle vor acht Jahren angestellt wurde. Jeder weiß, dass sie offiziell ein Squib ist und dass das auch der Grund für ihre wenig ruhmreiche Arbeitsstelle ist. Man sah sie noch niemals einen Stab schwingen oder einen Trank brauen.

Trotzdem geschehen ab und an seltsame Dinge um sie herum, nämlich dann, wenn sich einer der Jugendlichen nicht beherrschen kann und die hübsche Blondine belästigt oder bedrängt. Im Anschluss findet man ihn (oder in seltenen Fällen sie) stets in einer wirklich peinlichen Lage wieder. Der bestrafte Täter kann sich überhaupt nicht daran erinnern, wie er in diese Situation kam, auch wenn er noch ganz genau weiß, womit er sie verdient hat.

Das letzte Mal passierte es vor zwei Jahren, dass einem Siebtklässler die Hand „ausrutschte“. Man fand ihn morgens vollkommen nackt in Klopapier mumifiziert in der Großen Halle. Das Papier konnte nicht magisch entfernt werden und musste langsam abgezogen werden (es klebte mit einer Art Harz). Wo sein Zauberstab geblieben war, das wurde den Zeugen klar, als der Junge sich genug bewegen konnte, um sich zu winden. Das hätte er besser gelassen, denn so musste Madam Pomfrey vorsichtig Splitter magischen Holzes aus seinem Enddarm entfernen.

Solche Demonstrationen enormer Macht bringen natürlich die Gerüchteküche zum Rumoren. Ob La Velle doch irgendwelche Zauberkräfte hat und sie aus unklaren Gründen geheim hält oder ob sie einen mächtigen Verbündeten im Lehrkörper hat, darüber können die Tratschen der Schülerschaft sich herrlich streiten.

So oder so kann ihr wohl niemand wirklich verübeln, dass sie Männern und Jungen ab der Pubertät nicht traut und ihnen oft mit Abschätzigkeit begegnet.

Was das Motiv angeht: Ohne einen seltsamen Squib als Hausmeister wäre es doch wohl nicht Hogwarts, oder? Erst reicht einer, der (männliche) Schüler nicht mag und immer der Ansicht ist, sie hätten bestimmt jede Bestrafung verdient.

Aspekte: Halbveela und Squib (?)

Meine Aura ist mein Segen und mein Fluch.

Reginald Robert „Red“ Ares

Seit vier Jahren ist Reginald Robert Ares nun Schulleiter von Hogwarts. Von Freiwilligkeit kann allerdings keine Rede sein.

Reginald Ares ist mit 31 Jahren der jüngste Hogwarts-Schulleiter aller Zeiten. Seine Karriere begann er als Auror, weil er nach den Jahren des Kriegs der Gesellschaft Sicherheit geben wollte. Dieses Ziel verfolgte er mit Energie und manchmal etwas viel Krafteinsatz. Viele seiner Kollegen dachten, der Spitzname „Red“ käme davon, wie leicht er rot sehe. (In Wirklichkeit bekam er ihn schon in der Schule, weil Ares die griechische Version von Mars ist. Wegen „Red Mars“ – „Red Ares“.)

Trotzdem ist Red einfach cool – mit langem, blonden Haar, hoch gewachsen und muskulös. Seine lockere Einstellung machte ihn als eine der Wachen bei den Hogsmeade-Wochenenden bei den Schülern sehr beliebt. Er erwiderte diese Freude und ließ sich oft für diesen Wachdienst einteilen.

Bis zu einem dramatischen Zwischenfall vor fünf Jahren. In den oberen Räumen der Schenke Drei Besen ertappte er einen Onkel dabei, seine Enkelin zu vergewaltigen. Red sah rot. Er hatte nur ein Wort für den Verbrecher: „Crucio!“

Diese Tat brachte nicht nur ihn, sondern auch das Ministerium in eine heikle Situation. Einerseits war das ein Unverzeihlicher Fluch und Red zeigte keinerlei Reue. („Ich tat es nicht aus Gerechtigkeit oder aus Rache oder um dem Opfer zu helfen. Ich wollte einfach nur, dass dieses Monster leidet.“) Andererseits wollte natürlich niemand die Seite des Vergewaltiger einnehmen.

Der Kompromiss, der gefunden wurde, war folgender: Red musste als Auror quittieren und ihm wurden fünf Jahre Askaban auf Bewährung aufgebrummt. Dafür sagte man, wenn er sich so sehr um Kinder sorge, dann solle er dauerhaft auf sie achtgeben. Da Minerva McGonagall in den Ruhestand wollte, wurde Red zum neuen Schulleiter.

Er bereut seine Tat weiterhin nicht – er trägt sogar den Namen des Mädchens (Samantha O‘Brien) als Tätowierung auf dem linken Unterarm. Aber man kann auch nicht sagen, er erblühe in seinem Job. Er war nie Lehrer und trifft daher oft zweifelhafte Entscheidungen. Außerdem hasst er den Papierkram. Dafür denkt er immer zuerst an die Sicherheit seiner Schüler. (Seit er Schulleiter ist, muss Hagrid sich bei der Auswahl der Kreaturen für den Unterricht sehr einschränken.)

Thematisch ist Reginald Ares die zweite Hälfte zu Professor Lionheart: Ich die Figur Dumbledores in zwei Funktionen aufgeteilt: der berühmte Kämpfer, der an Macht nicht interessiert ist (Lionheart), und der Schulleiter, der nicht immer zur Stelle ist, um das Problem zu lösen (Red). In diesem Fall eben nicht wegen politischer Verpflichtungen, sondern weil er sich oft nicht richtig in die Lage eines Schülers hineinversetzen kann (keinerlei Lehrerfahrung) und sie daher nicht ernst nimmt.

Aspekte: Ehemaliger Auror und überforderter Schulleiter

Niemand gefährdet meine Schüler!

Victoria Adams

Die Tränkelehrerin Victoria Adams ist das zweite Mitglied des Lehrkörpers, dessen Name für Muggelstämmige bekannt wirkt. Nicht etwa wegen der Sängerin (im Jahr 2015 kennt kein Jugendlicher die Spice Girls), sondern weil die meisten der Ansicht sind, sie sollte eigentlich Wednesday heißen. Die (für Hexenverhältnisse) sehr junge Frau (34 Jahre) sieht nämlich genau so aus, wie man sich eine erwachsene Wednesday Addams aus der Addams Family vorstellt: Hoch und dürr mit bleicher Haut und pechschwarzem Haar, das in zwei strengen Zöpfen die dunkelbraunen Augen umrahmt.

Auch ihr Verhalten passt sehr gut in dieses Bild. Sie ist streng und extrem rational und gefasst. Nie wird sie laut und ist trotzdem gefürchtet. Ihr extrem trockener und stellenweise sehr morbider Humor zusammen mit ihrer Aura der Gnadenlosigkeit sorgen für klaren Gehorsam im Klassenzimmer. (Ein typischer Dialog wäre: „Professor Adams, was würde passieren, wenn ich die Stachelschweinstacheln schon beim Erhitzen dazugäbe?“ – „Dann hätte ich in Zukunft weniger Hausaufgaben zu korrigieren.“)

Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin für Zaubertränke vertritt sie auch ab und zu Professor Lionheart – vor allem in Situationen wo es zu Interessenskonflikten kommen könnte, weil eine dessen Töchter in der Klasse sitzt. Dass sie aus diesem Unterricht als extrem kompetente Duellantin bekannt ist, erhöht den leicht verängstigten Respekt nur, den ihr die meisten Schüler zollen.

Ihr makabrer Ruf geht dabei so weit, dass sich unter den Schülern das Gerücht hält, Adams‘ zweiter Name wäre Arachnophilia. (In Wirklichkeit ist er Diana.)

Nur ab und an passiert es einem jungen Menschen, dass er sich dieser selbstsicheren und unnahbaren Art nicht widersetzen kann und sich in die Lehrerin verliebt. Eine kleine aber treue Minderheit der Schülerschaft ist daher von Professor Adams völlig begeistert.

Was die Motive angeht, ersetzt Victoria Adams Professor Snape als bedrohlichen und gnadenlosen Tränkemeister. Sie würde allerdings keinem Schüler mit Hass begegnen, das ist ihr viel zu viel der Emotion.

Aspekte: Tränkeleherin des Grauens

Gefasst bis in den Tod

Mein Humor erfordert Übung.

Nach diesen allgemeinen Konzepten werde ich im letzten Teil dann auf die Schritte in die eigentliche Spielpraxis eingehen – von Charakterblatt bis Abenteuerideen.

Die verwendete Schriftart ist Harry P von Phoenix Phonts.
Das Hogwarts-Wappen wurde von Jakovche auf Wiki Commons veröffentlicht.
Die Schrift ist als gemeinfrei und das Wappen als für nichtkommerzielle Nutzung frei (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported) angegeben – in dem Maße, in dem dies sinnvolle Angaben sind für Werke, die (wie das Charakterblatt) auf Duldung durch die eigentlichen Urheber hoffen.
Das Artikelbild zeigt eine Illustration von Andette on DeviantArt 

Die Rechte für Harry Potter liegen bei J. K. Rowling bzw. Warner Bros.

Turbo-Fate Harry-Potter

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Der Charakterbogen für die Turbo-Fate Harry Potter Konversion von Lichtbringer.
Teil #1, #2, #3

Turbo-Fate_Harry-Potter.pdf1.0
Sprachen:Deutsch
Anforderungen:PDF Reader
Kategorie:Fanmaterial
Datum:30. November 2016

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