aspekte

A song in the summer – Once more with feeling, die Sommer-Edition

Da ich ja momentan keinen Fatecast habe, um euch mit Musik in den Ohren zu liegen (no pun intended) und ich außerdem noch den diesmonatigen Karneval der Rollenspielblogs ausrichte, habe ich mir mal ein paar Musiktitel rausgesucht, die sich auch wunderbar als Szenen- oder Situationsaspekte für besonders heiße (Sommer-)Tage eignen.

Dieser Artikel ist somit also quasi eine Fortsetzung der Fatecast-Folge 30, und alle hier genannten Lieder findet ihr auf der Fatecast-Spotify-Liste: https://open.spotify.com/user/paparabe/playlist/3DkGEdLucH9YMiJZ297Iiv?si=Uc1pAg7PQc64UbL5tq2htw

Katrina and the Waves – Walking on sunshine

“Walking on sunshine” ist ein klassischer Sommerhit, ich behaupte, jeder Leser hat den Song schon mal gehört. Oft fälschlich für ein One Hit-Wonder gehalten, haben Katrina Leskanich und ihre Band tatsächlich auch danach noch in den USA noch Hits gehabt, bis sie 1997 an alte Erfolge anknüpfen konnten, als sie für Großbritannien den ESC gewonnen haben.

“Walking on sunshine” kann im Grunde alles sein: Ein Charakterkonzept für einen Charakter, dem immer alles gelingt, oder ein Situationsaspekt, wenn die Gruppe tatsächlich einfach bei Sonnenschein unterwegs ist.

Billy Idol – Hot in the city

Ein Vorschlag von Infernal Teddy, ich kenne das Lied zwar, hatte es aber nicht auf dem Schirm, weil ich einfach kein Billy Idol-Fan bin. Dementsprechend kann ich zum Lied gar nicht so viel sagen, außer, dass ich es gehört habe. Aber der Titel ist natürlich wie gemacht für einen Situationsaspekt oder sogar als Aspekt für eine ganze Runde – man kann den Asphalt in der Großstadt doch förmlich schon dampfen sehen, wenn die Charaktere sich aufmachen, übernatürliche oder auch ganz weltliche Dinge bei 40 Grad im Schatten zu untersuchen.

Heatwave (Martha and the Vandellas, Linda Ronstadt, Phil Collins)

Auch wenn es eigentlich ein Liebeslied ist, nach DEM Sommer muss ich doch echt nichts mehr zu diesem Aspekt sagen, oder?

The Lovin’ Spoonful/Joe Cocker – Summer in the city

The Lovin’ Spoonful erreichten 1966 die Spitze der Billboard Top 100, der us-amerikanischen Single-Charts, mit diesem Song. Die deutsche Wikipedia behauptet, es gebe 42 Coverversionen, von denen ich die von Joe Cocker exemplarisch rausnehme, weil ich die für eine der bekanntesten halte und außerdem Joe Cocker mag. Das Lied beschreibt im Übrigen eine unerträglich heiße Stadt und wäre damit die Alternative zu “Hot in the City”. Allerdings kann man den restlichen Text durchaus außer Acht lassen, wodurch der Aspekt  meiner Meinung nach etwas neutraler als der aus dem Billy Idol-Song ist.

ABBA – Summer Night City

Ja, noch ein Stadtsong, aber ich mag ABBA, und hier geht es ja außerdem um die Sommernacht. Es ist übrigens einer der wenigen ABBA-Songs mit einem Discobeat und interessanterweise eines der Lieder, die die Band selbst nicht so recht mochte, obwohl sie mit “Summer Night City” recht erfolgreich war (Platz 1 der schwedischen Hitparade).

Als Aspekt eignet “Summer Night City” sich für jede Art von Spiel, aber gerade bei der Betonung auf der Nacht muss ich spontan an Urban Fantasy denken: Eine sommerliche Stadt, in der es nicht wirklich abkühlt und wo die Wärme die Menschen nachts auf die Straßen treibt – genau wie die Wesen, die sich nur zu dieser Tageszeit vor die Tür trauen können.

Mungo Jerry – In the summertime

Auch “In the summertime” ist ein typischer Sommerhit – laut Wikipedia der umsatzstärkste aller Zeiten – und ich will eigentlich gar nicht so viel dazu sagen. Er erschien erstmals 1970 und wurde von der Band Mungo Jerry gesungen, die zu den erfolgreichsten britischen Bands der 70er Jahre zählt. Sie sind tatsächlich immer noch aktiv (bzw. der Bandleader Ray Dorset, der den Bandnamen irgendwann als Künstlernamen übernommen hat) und hatten mit “In the summertime” ihren größten Hit. Der Song wurde ebenfalls mehrfach gecovert, unter anderem von Shaggy und Elton John.

Zum Aspekt “In the summertime” muss ich ebenfalls nicht mehr viel sagen, außer, dass er durch die kurze Formulierung natürlich auch dazu einlädt, zu überlegen, was denn nun alles im Sommer passiert: “Zur Sommerzeit kommen die Monster zurück”? “Zur Sommerzeit feiert die Stadt XY ein großes Fest”? Ich glaube, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt dabei.

Silverstein – Sound of the sun

Ja, ich gebe zu, ich habe das hier auch mit aufgenommen, weil ich Silverstein-Fan bin und weil das mit dem Metalcore/Post Hardcore so ein Fatecast-Running Gag ist.

Aber mal ehrlich, was für ein Geräusch macht die Sonne denn? Mit dieser hochphilosophischen Frage bietet sich der Titel auch für alles an vom Charakterkonzept (ich muss spontan an einen Mönch denken, der sehr viel über diese Frage meditiert) über ein Dilemma (die Frage treibt den Charakter um, und wo findet er eine Antwort darauf?) zum Situationsaspekt: Die Gruppe erreicht ihr Ziel, den Ort, an dem ihnen endlich alle Fragen beantwortet werden – auch diese.

Rise against – Dancing for rain

Der Sommer 2018 zeichnete sich nicht nur durch eine Hitzewelle aus, sondern auch durch eine extreme Trockenheit. “Dancing for rain” vom 2004er Album “Siren Song of the Counter Culture” der amerikanischen Melodic Hardcore-Band Rise Against handelt zwar nur im übertragenen Sinne von der Trockenheit, war für mich aber schon mal Inspiration für eine Endzeitgeschichte, und kann als Aspekt ebenfalls alles sein: Konzept/Dilemma (Der Charakter in einer Endzeitrunde hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass es regnet) oder ein Situationsaspekt, denn wenn die Charaktere jetzt einen Regentanz aufführen – oder an einem entsprechenden Ritual teilnehmen – ist es für die (Spiel-)Welt vielleicht noch nicht zu spät.

FateCast Folge 33: It’s all about the situation

Situationsaspekte – sie gehören zu Fate wie die Fate-Punkte und Stunts, jeder kennt sie, aber was sie machen und wie man sie einsetzt, ist für Viele ein Buch mit sieben Siegeln. Alex, André und Friederike haben für die heutige Folge den Aspekt “Licht ins Dunkel” gewählt und sprechen über Atmosphäre, Umgebung und die “Parkettikette” tm.

Read More

FateCast Folge 30: FateStorming! Once more with Feeling – Vol. 1

Ein Fatestorming der anderen Art: Auf einem Streifzug quer durch alle Genres bauen Alex und Friederike Charaktere und Aspekte aus Musiktiteln und stellen am Ende fest, dass sogar der Fate-Cookie diesmal musikalisch war.

Read More

Das Aspekt-Karten-Layout

Während wir zurzeit noch mit dem Lektorat des Toolkit beschäftigt sind, welches in Deutsch schlicht Fate-Handbuch heißen wird arbeiten wir auch an den Fate-Karten der deutschsprachigen Entsprechung des Decks of Fate. Im Zuge dessen wollen wir auch sogenannte Aspekt-Karten anbieten. Sollten beide Kartensätze zum Einsatz kommen müssen die sich auf der Rückseite unterscheiden.
Die Aspekt-Karten sollen dir als kleine Spielhilfe für alle Arten von Aspekten dienen. So kannst du z.B. schnell einen Szeneaspekt auf den Tisch werfen und auf der Karte sowohl einen erwürfelten Schub oder mögliche freie Einsätze vermerken.

Da der Gestaltungsprozess für die deutsche Ausgabe von Fate ja schon immer ein recht offener war wollen wir Euch auch diesmal um Meinung fragen. Hier also 2 Vorderseiten und 5 Rückseiten für die mögliche Gestaltung der Aspekt-Karten. Bitte stimmt doch mithilfe des Polls am Ende des Beitrages für Eure Favoriten.

 

Entwurf-aspektkarten_Vorn_1

Vorderseite 1

Entwurf-aspektkarten_Vorn_2

Vorderseite 2

Entwurf-aspektkarten_Hinten_1

Rückseite 1

Entwurf-aspektkarten_Hinten_2

Rückseite 2

Entwurf-aspektkarten_Hinten_3

Rückseite 3

Entwurf-aspektkarten_Hinten_4

Rückseite 4

[poll id=“3″]

FATEisiert: Dexter Nemrod

Neulich habe ich auf einem Con einen SL vertreten, der leichtsinnig, wie er nunmal ist, versprochen hatte, den Wolf von Winhall unter Anwendung des FATE-Regelwerkes anzubieten. Zu diesem Zweck hatte mich ein gemeinsamer „Freund“ mit Whisky abgefüllt und mir die Zusage der Vertretung abgerungen – und nun saß ich da. Den Wolf von Winhall (vom legendären Thomas Römer für DSA1 verfasst) hat stolze 30 Seiten und ist definitiv nicht dafür gedacht, in vier Stunden geleitet zu werden.

Dafür hats aber wirklich gut geklappt, was auch an den fantastischen Spielern gelegen hat, die nur wenig gemurrt haben, wenn ich bestimmte Teile des Abenteuers (vor allem die Begegnungen im Wald) massiv durch Schnitte gekürzt habe.

In dem Abenteuer kommt Dexter Nemord vor, der später für DSA ein wichtiger NSC wird. Er spielte in meinem Abenteuer keine Rolle (dafür war schlicht keine Zeit), wurde aber von mir mit Werten versehen.

Diese Werte stelle ich stelle ich hier ausdrücklich zur Debatte, denn ich kann nicht so recht abschätzen, wie gut seine Werte nach DSA1 so sind. Im Abenteuer hat er folgenden Statblock:

Dexter Nemrods Statblock (DSA1)

MU: 14 KL: 13 CH: 9
GE: 13 KK:  14 AT: 15
PA: 12 Stufe  12 LE: 56
RS: 4+1 TP: Schwert+KK-Bonus

Monsterklasse: 40

Gefatet stelle ich mir Dexter so vor:

Dexter Nemrod

Aspekte

  • Bedingungslos dem Kaiser loyaler Lordinquisitor
  • Gnadenloser Obrist der Kaiserlichen Garde
  • Skrupelloser Verfolger schwarzer Magie
  • Helden? Pah, die stehen mit ihrer Geldgier meinem Erfolg im Weg!
  • Berühmt und berüchtigt
  • Arrogantes Arschloch
  • Verbissener Ermittler

Fertigkeiten

Herausragend (+5) Willensstärke
Großartig (+4) Empathie Nachforschung
Gut (+3) Aufmerksamkeit Einschüchtern Kontakte
Ordentlich (+2) Vermögen Ausdauer Nahkampf Täuschung
Durchschnittlich (+1) Führung Kraft Waffenlos Athletik Charme

Stunts:

  • Praios Riecher: Kann auf Nachforschung würfeln, um schwarze Magie zu spüren
  • Praios Schutz: +2 auf Abwehrwürfe gegen schwarze Magie, gegen die mit Willensstärke gewürfelt wird
  • Praios helles Licht: +2 auf Nachforschung, wenn er auf der Jagd nach schwarzer Magie ist
  • Leibgarde: 6 Gehilfen der Qualität Ordentlich (ergibt einen Bonus von +3, jeder Gehilfe verträgt zwei Stresspunkte, sie kämpfen im Regelfall als Anhang von Dexter)
  • Liebling des Kaisers: +1 auf Einschüchtern
  • Obrist der Garde: Dexter erhält +2 auf Vermögenswürfe, wenn es um die Frage geht, ob er oder seine Truppe militärische Ausrüstungsgegenstände dabei haben.

Stress:

Körperlich: OOOOOO
Geistig: OOOOOOOO

Dexter Nemord steht unter dem persönlichen Schutz von Thomas Römer. Das macht ihn nicht unsterblich, aber schwer zu töten. Dexter geht daher in jede Szene mit mindestens (Anzahl der Spieler x 2) +2 [bei fünf Spielern sind sind das 12!] Fatepunkten. 😉

Gedanken/Gefährlichkeitseinschätzung

Monsterklasse 40 klingt erstmal ziemlich hoch. Er sollte eine echte Herausforderung für eine Gruppe von „Helden“ darstellen (aber welche Helden kämpfen schon gegen loyale Diener des Kaisers?). Er ist aber nach Werten und Beschreibung keine Kampfsau – unbesiegbar ist er also nicht. Nach meinen Ideen hier dürfte er im Regelfall immerhin mit einem herausragenden (+5) Angriffs- und Verteidigungswert antreten. +2 aus seiner Fertigkeit Nahkampf, weitere +3 aus den Gehilfen, die zudem auch noch seine Stressleiste verlängern. Mit den vielen Fatepunkte kann er zumindest im Kampf immer den „Obrist der kaisterlichen Garde“ ausnutzen, um +6 zu erreichen.

In einem sozialen Konflikt hingegen möchte man nicht gegen ihn antreten müssen.

Von Blechpirat

 

 

Was ist FATE?

Schon von einigen Tagen (ich war im Urlaub) hab ich von Andreas eine Mail bekommen:

Von: Andreas
Betreff: Was ist FATE?

Nachrichtentext:
Irgendwie finde ich keine kurzen Informationen darüber, was FATE ist und wo die Unterschiede zu anderen Regeln sind. „Projektziele“ erschlägt mich mit Informationen. Warum sollte ich die FATE-Regeln nehmen und nicht z. B. die original Warhammer RPG Regeln oder GURPS (Light)?

Und Andreas hat Recht: Der Seite fehlt eine kurze Info darüber, was FATE eigentlich ist. Ich hab zwar mal einen Artikel dazu gemacht, was man zum Thema FATE wohl sinnvollerweise in die Wikipedia packen sollte, aber der stieß im Tanelorn auf wenig Begeisterung. Vielleicht hilft er trotzdem.

Nun habe ich aber letzte Woche zwei Runden Dresden Files geleitet, die vorwiegend an Systemneulinge gerichtet waren. Daher weiß ich, wie unglaublich schwer es ist, FATE zu erklären. Es ist viel einfacher zu spielen als zu erklären.

Ich beschränke mich hier auf die Beantwortung der konkreten Frage von Andreas – und freu mich über Kommentare, wie man FATE gut erklärt.

Also, lieber Andreas:

Warum sollte ich die FATE-Regeln nehmen und nicht z. B. die original Warhammer RPG Regeln oder GURPS (Light)?

Die Abgrenzung zwischen Gurps und FATE ist leicht. Gurps ist ein großartiges System, dass eine besondere Seite des Rollenspiels fast perfekt hinbekommt: Die Simulation. Wenn du einen Satz Regeln möchtest, der die Wirklichkeit extrem gut abbildet (und tolle Settingbände hat), dann ist Gurps für dich richtig.

FATE ist fast das Gegenteil von GURPS.

Nehmen wir mal eine kleine Aktion, nämlich das Schleichen. Anton (ein Dieb) will durch eine Lagerhalle schleichen, die extrem schlecht beleuchtet und voller Container ist. Bei GURPS würfelt man jetzt, und der SL erleichtert die Probe um einen Modifikator, den er den Regeln entnehmen kann.

Bei FATE gibt es diesen Modifikator (im Extremfall zumindest) nicht. Ob du im Hellen oder im Dunkel schleicht, ob hinter Containern oder in direkter Sicht – du würfelst auf schleichen. aber aus den oben fett gedruckten Beschreibungen der Lagerhalle werden sog. Aspekte. Dabei handelt es sich um kurze Satzfetzen, die das FATE-System benutzt, um fast alles zu beschreiben: Szenen, Orte, PCs, NSCs, sogar Wunden und ganze Kampagnen. Ein NSC König wird in FATE nicht beschrieben, in dem er „Regieren“ auf +18 hat, sondern durch die Aspekte „gütiger Herrscher“ „extem eifersüchtig“ „unter der Fuchtel der Hofmagierin“.

Diese Aspekte (und jetzt wirds endlich toll) sind für die Mechanik wichtig. Wenn du einen Aspekte als hilfreich beschreiben kannst, wird dein Wurf (massiv) verbessert. Schleichen ist also einfacher, wenn der Ort „extrem schlecht beleuchtet“ ist – aber nur, wenn du es zu einem Teil deiner Erzählung machst. Zudem gibt es eine zweite Beschränkung: Du benötigst sog. FATE-Punkte (eine knappe Resource), um deinen Wurf mit Aspekten boosten zu können. Soll heißen: Es ist also gar nicht immer einfacher, in extrem schlecht beleuchteten Orten zu schleichen – sondern nur, wenn du diese Tatsache mit FATE-Punkten für wichtig erklärst.

Klingt unlogisch? Soll es auch. Denn FATE will nicht (wie GURPS) die Wirklichkeit abbilden. Sondern eine Geschichte. Und das der gute Anton von oben eigentlich seine Schleichenprobe gar nicht hinbekommen hat, aber es ihm (nach Zahlung des FATE-Punktes) doch gelingt, weil die Wache ihn wegen der extrem schlechten Beleuchtung nicht gesehen hat – das rockt im Spiel.

Noch toller wirds, wenn wir uns die Aspekte von Anton selber angucken (die hat sich Antons Spieler für ihn ausgedacht): „lautloser Assassine aus den Morgenlanden“ und „heimlich verliebt in Prinzessin Silvie„. Übrigens: auch den lautlosen Assassinen hätte Antons Spieler nutzen können, um die Schleichenprobe oben zu bestehen. Aber neben dem Effekt, Würfe zu verbessern, hat der Aspekt AUCH noch eine „negative“ Seite – das reizen. Der SL kann dem Spieler einen FATE-Punkt geben, damit er sich im Sinne des Aspekts verhält. Schleicht sich Anton also an Prinzessin Silvies Schlafzimmerfenster vorbei – wird er seine erfolgreiche Aktion riskieren, um auf ihrem Bett noch eine Rose abzulegen? Der SL kann ihn mit einem Chip dazu verführen…

Und so entstehen Abenteuer in FATE. In dem das System dich belohnt, wenn du deinen Charakter (vor allem seine Schwächen) ausspielst. Und dafür darfst du dann unglaublich rocken, wenn du deine Stärken hervorholst. Mit dem Stapel Chips, die du für deine Schwächen bekommen hast.

Für den SL hat es den Vorteil, dass sich die Abenteuer von alleine am Spieltisch ergeben. Ein paar Chips auf den Tisch geknallt, und schon brummt es…

Und das ist nicht alles. Spieler können Aspekte (wie z.B.: Der Drache hat einen weichen Bauch) selber schaffen. Und wenn du da mal weiter denkst, wirst du dir vorstellen können, was FATE so anders macht, als GURPS.

Zur Einführung schlage ich dir FreeFATE vor, dass gibt es z.B. hier zu lesen: http://freefate.de/

The Spirit of the Laundry Abenteuergenerator

Falls jemand meine VerFATEung des Laundry RPGs, The Spirit of the Laundry, spielen sollte (oder, trotz dieser fantastischen Alternative das Original), der wird den automatischen Abenteuergenerator zu schätzen wissen, der solche tollen Abenteuer erzeugt. Sogar mit kursiven Aspekten!

///— Clearance STALKER VOID ARCHER Eyes Only —/// The characters‘ mission is to go to target location and look around for anything unusual – the characters are not told anything more. The operation will occur in a cave. The characters must deal with another department that wants the characters to fail (to score political points). Eventually, it becomes apparent that this is a deliberate attack on the Laundry. The characters are walking into big trouble. Predictive Branch warns that a(the) character(s) may be placed in a position of unexpected authority because the boss has gone missing. The overall situation is writhing and pallid.

Großgefechtslagen

Auf dem Tanelorn-Treffen hatte ich bei der von „mieser Wicht“ geführten Malmsturm-Runde großen Spaß. Den Großteil der Zeit haben wir damit verbracht, eine Befestigungsanlage gegen unendliche Horden von Untoten zu halten. Es war ein epischer Fight, der ganz großartig von Orko in einem Gedicht (!) als Diary beschrieben wurde.

Im Anschluss haben wir darüber diskutiert, welche Vor- und Nachteile die von „mieser Wicht“ gewählte Abbildung der Schlacht hatte. Seitdem habe ich noch etwas mehr über dieses Szenario nachgedacht. Alles, was im Folgenden geschrieben steht, baut auf dem von „mieser Wicht“ genutzten Modell für Massenschlachten und dem Gespräch mit ihm und den anderen Teilnehmern der Runde auf, denen hiermit ganz herzlich gedankt sei. Ganz nebenbei erwähnt, es war eine epische Runde!

„Es mag der Tag kommen, an dem wir nüchtern nach Hause gehen müssen. Aber dieser Tag wird nicht heute sein!“
– Falke356

Zielsetzung

Die Charaktere sollen in einer Schlacht rocken können. Dabei müssen Sie taktische Entscheidungen treffen und sollen zusammenarbeiten. Die Schlacht soll zudem in einem engen Zeitfenster abgehandelt werden. Es soll möglichst spannend sein und evtl. sogar gefährlich für die individuellen PCs.

Read More

Lügen und Täuschen in FATE

Rollenspiel Karneval

Rollenspiel Karneval

Anlässlich des Januarthemas des Rollenspielkarnevals „Verkleiden, Lügen & Täuschen“ habe ich mir ein paar Gedanken zum Thema Lügen und Täuschen in FATE gemacht.

Ich sehe im Wesentlichen drei Möglichkeiten, die Täuschung mechanisch umzusetzen (Ich beziehe mich für die Beispiele auf Dresden Files als Regelwerk).

  1. Einfache Probe: Täuschen gegen eine feste Schwierigkeit
  2. Wettstreit: Eine Probe gegen einen Verteidigungswurf
  3. Täuschen als Manöver: Das Erzeugen eines Aspekts
  4. Sozialer Konflikt: Täuschung als Niederlage

1. Einfache Probe: Täuschen gegen eine feste Schwierigkeit

Ich stelle mir das Vorgehen so vor: Es sind gute Wachen, also muss gegen „gut“ (+3) gewürfelt werden. Die Zahl der erreichten Erfolge wird genutzt, um auf der Zeitskala zu bestimmen, wie lange das Opfer der Täuschung glaubt. Erreicht meine Probe also genau die nötige +3, so glaubt mir die Wache „einen Moment“, schaffe ich eine +4, dann „ein paar Augenblicke“.

2. Wettstreit: Täuschen durch eine Probe gegen einen Verteidigungswurf

Man könnte die Täuschungshandlung aber auch so gestalten: Der PC würfelt auf „Deceit“, das Ziel der Täuschung auf „Alertness“, „Empathy“ oder ähnliches und es wird verglichen, wer die Probe besser schafft – ein Gleichstand geht an den Verteidiger – die Erfolge könnte man wiederrum für die Zeitskala verwenden. Evtl. sollte man aber jetzt mit einen einzelnen Erfolg mit „eine Minute“ gleichsetzen, da der Verteidiger wohl eher höhere Werte haben dürfte.

3. Täuschen als Manöver: Das Erzeugen eines Aspekts

Als Variante von Vorschlag 2 könnte – durchgeführt als Wettstreit – die Täuschung auch als Manöver betrachtet werden. Bei Erfolg hat das Opfer den Aspekt „getäuscht“ (oder ähnlich) auf sich liegen. Um es dann zu einer Handlung im Sinne der Täuschung zu „zwingen“, müsste man den Aspekt dann reizen (compel). Natürlich kann der Aspekt – wie sonst auch immer – für alle anderen Zwecke verwendet werden.

4. Sozialer Konflikt: Täuschung als Niederlage

Die große Lösung – für eine alles bestimmende Täuschung im Endkampf z.B. – bietet es sich an, die Täuschung als sozialen Konflikt (Kampf) auszugestalten. Hier würde also richtig in Kampfrunden gehandelt, mit Manövern, Angriffen, Blocks – die ganze Bandbreite der Kampfregeln von FATE können genutzt werden. Getäuscht ist der Verteidiger erst dann, wenn er den Kampf völlig verliert, aufgibt oder (selber) eine geeignete Konsequenz wählt, die dann wie unter 3. genutzt werden kann.

5. Die richtige Lösung

gibt es – wie immer bei FATE – nicht. Jeder der oben vorgeschlagene Lösungswege ist zulässig und kann der richtige sein. Geordnet sind die Ansätze nach dem „Detailgrad“, also nach dem Fokus den die Täuschung im Spiel haben soll. Um sich eben an einer gelangweilten Stadtwache vorbeizulügen ist der erste Vorschlag sicherlich am sinnvollsten. Soll die Täuschung schon eine wichtige Rolle spielen, dann bietet sich Vorschlag drei an – mit dem Aspekt kann man viel erreichen und das Opfer ausführlich manipulieren. Vorschlag vier ist nur für dramatische Schwerpunkte geeignet, da hier viel Zeit vergeht, bis das Ergebnis feststeht.

Anmerkungen?

 

Dresden Files Rollenspiel

Edinburgh Blues

Der folgende Beitrag stammt von JollyOrc. Er war so freundlich, ein Diary zu der letzten Sitzung unserer Dresden Files (DFRPG) Runde zu schreiben. Die Erstfassung ohne meine Kommentare ist im Tanelorn erschienen. Der Text ist aus der Ich-Perspektive seines Charakters (eines normalen, also nicht übernatürlich begabten, Gunmans) geschrieben. Die grau hinterlegten Einschübe sind seine Anmerkungen, in denen er diese Perspektive verlässt. Meine Anmerkungen sind blau gekennzeichnet. Ich kommentiere aus der Sicht des Spielleiters und richte mein Augenmerk vor allem auf dei FATE-besonderen Mechanismen und erwähne es, wenn die FATE-Regeln eine besondere Rolle spielten.

Dienstag morgens, nach einer durchzechten Nacht…

brrrrRRRING!

brrrrRRRING!

Verfluchtes Telefon, warum hab ich das Mistding nicht aus der Wand gerissen?

brrrrRRRING!

Fluchend, grummelnd, und über die am Boden verstreute Wäsche stolpernd greife ich nach dem Hörer und brumme etwas unflätiges hinein.

Read More

Zufallstabellen für FATE?

Auf rpg.net zeigt der User Gullerbutry, wie man Zufallstabellen mit FATE realisieren kann:

FATE Zufallstabelle Wirf vier FUDGE Würfel. Um die Ergebnisse abzulesen, zähle die Anzahl der + und gehe entsprechend weit nach rechts. Dann zähle die – um die richtige Zeile zu finden.

Die dunklen Felder haben eine Wahrscheinlichkeit von1/81, die etwas helleren Felder kommen mit 1/20 Wahrscheinlichkeit, die nächsthelleren 1/13. Die hellsten drei in der Mitte haben eine Wahrscheinlichkeit von 1/7.

Der Autor würfelt darauf, um herauszufinden, wie NSCs die PCs sehen. Das Ergebnis kann sofort als Aspekt herhalten. Weiter könnte man mit Nutzung eines Aspekts oder einem Wurf auf Kontakte erlauben, das Feld in eine Richtung nach Wunsch des Spielers zu verändern, während der SL daraus einen Compel/Erzwingen eines Aspektes machen könnte, um seinerseits zu schieben.
Mich würde sehr interessieren, ob ihr so eine Tabelle gut findet – oder ist der Gedanke einer Zufallstabelle eurer Ansicht nach zu sehr Old-School? Es bringt mehr Zufall ins Spiel – aber viele SLs haben mit dem Input der Spieler ja schon genug „Zufall“ zu verarbeiten und wollen dennoch ihre Geschichte durchziehen. Und z.B. in Dresden Files geht es ja auch gerne mal um eine Detektivgeschichte, da ist Zufall ja nochmal was ganz besonderes, denn zumeist steht (für den SL) ja der Täter schon vorher fest. Zur Diskussion geht es hier.

Noch mehr Beispiele für Aspekte

Falls du Schwierigkeiten hast, dir einen Aspekt einfallen zu lassen, sieh dir die Beispiele in der folgenden Liste an:

„Gib mir ´ne Minute“ Eureka! Ein Schritt hinter…
Furchtlos „auf dem Papier klappt das!“ Bis über beide Ohren
Femme Fatality „Maggie ist in Gefahr!” Spieler oder Figur?
Als Erster vor Ort „Nimm einfach mehr!” Steter Tropfen höhlt den Stein
Schlitzohr „Unglaubliches Raketenauto“ Von Wölfen großgezogen
Respektabel Unterweltkontakte Zur rechten Zeit am rechten Ort
Respektierte Autorität Ein Mädchen in jedem Hafen „Manfred, rette mich!“
S.O.S. (Save Our Souls) Ruhm ist für die Ewigkeit rauflustig
„Irgendwas stimmt hier nicht!” Schrauber Große Erwartungen
„Das ist größer als ich erwartet habe!“ Detektiv Scharfschütze
am Ende Ausgekochtes Schlitzohr (Name des Schwertes)
Verfolgt ungeduldig Mit allen Wassern gewaschen
Für ein paar Dollar mehr. Herz aus Gold Reich geboren
Eine Handvoll Wahrheit Heimliche Liebe Soziales Chamäleon
Ein guter Tag zum Sterben Ich kenn da jemanden… Weiches Herz
Einsam in der Menge Import/Export Hat was zu beweisen
Unglaublicher Raktenrucksack Geschäft Stärke der Erde
Architekt der Zerstörung Interessante Zeiten Fällt auf jede rein
Barbaren Furchtloser Ermittler Der Zorn des Sultans
Kenn ich! Das war nicht meine Schuld! Die fürchterliche Wahrheit
Schwarzes Schaf Dazu brauchen wir ein Wunder! Tödlicher Charme
Bücherwurm Ich hab einen Ansatz Die Namen des Bösen
Champion Hansdampf in allen Gassen Der Preis des Ruhms
Erwählter der Dunkelheit Weiß zu viel Tongo, der Hexendoktor
keusch Kung Lao Unruhestifter
Kodeknacker Mann der zwei Welten nervös
Sammler Vom Schicksal gezeichnet Haudrauf
haarscharf Der Schraubenschlüssel Unzivilisiert
Todesverachtend Autonarr
Der letzte Wunsch eines Sterbenden Sensationsreporter Kriegskameraden
hartnäckig Wunder des Ostens Vielgereist
Träumer Naiv unfertig
Einfaches Opfer Nie gut genug Mithörer
Neugierig Feind: Der Präsident der USA Auf der Flucht

_____

Übersetzung ins Deutsche von Abschnitt 3.4.5 des System Reference Documents des FATE Rollenspiels „Spirit of the Century“. Wenn die Übersetzung von Kapitel 3 vollendet ist, wird der gesamte Text im Bereich Downloads zur Verfügung stehen.

Wenn Fehler im Text oben aufgefallen sind, freue ich mich über entsprechende Hinweise in den Kommentaren. Keine Angst, ihr könnt nicht kleinlich genug sein!