Digital Dystopia

Tiefe Häuserschluchten, gewaltige Wolkenkratzer als Stahlbeton und verspiegeltem Glas, neonfarbene Reklametafeln in der Augmented Reality.

Mächtige Konzerne beuten ihre Belegschaft ebenso aus wie die verbliebenen Reste der Natur, Menschen sind nur noch vielstellige Nummern der Personalabteilungen, und im Raubbau werden der Erde und mittlerweile anderen Himmelskörpern Rohstoffe entrissen, um den Menschen im Konsumrausch die Illusion von Glück und Bedeutung zu geben.

Mensch und Maschine haben ebenso ihre Abgrenzung verloren wie Realität und Virtualität. Kybernetische Implantate erweitern die Möglichkeiten des menschlichen Körpers, manch eine:r besteht schon mehr aus Plastik, Stahl und Chrom als aus Fleisch und Blut. Hirnimplantate, sogenannte AReyes, verbinden die Menschen permanent mit der Virtuellen Realität, die Augmented Reality ist die bunte, halbtransparente Grauzone zwischen der Welt des Fleisches und der Welt aus Nullen und Einsen geworden, und Schadsoftware ist ebenso bedrohlich geworden wie eine halbautomatische Waffe. Längst wurde das Alphabet der Massenvernichtungswaffen auf ABCD-Waffen erweitert: Atomar, Biologisch, Chemisch und Digital.

 

Cyberpunk als Genre ist im Pen-and-Paper-Rollenspiel seit Jahrzehnten fest verankert. Doch auch Cyberpunk kommt in vielen Varianten daher.

Mein Ansatz für Digital Dystopia war die Unzufriedenheit mit der oftmals stiefmütterlichen Rolle des Hackers in vielen Settings. Klagen über stundenlange Alleingänge desselben in der Virtualität begleiten die Klassiker des Genres seit Anbeginn, ebenso, dass der Hacker in der materiellen Welt sehr oft nutzlos ist. Wie muss die Welt konzipiert sein, dass die virtuelle Welt ebenso Teil des Spiels ist, wie die Welt aus Fleisch und Stahl?

Mein Ansatz besteht darin – was schon andere vor mir getan haben – den Zugang über die Augmented Reality zu wählen: Wenn digitale und materielle Welt verschmelzen, wird auch das Handeln in der Virtualität, dem Netz in Digital Dystopia, zur Normalität aller Charaktere. Ich bin nur einen Schritt weiter auf diesem Pfad gegangen: Jeder Charakter trägt ein Netzimplantat, ein AReye, jeder kann und wird in der Augmented Reality handeln. So wie auch ein Hacker zumindest ein wenig kämpfen können sollte, um bei der Mission in die Konzernzentrale zu überleben, so muss auch der Straßensamurai ein wenig Hacking beherrschen, um einem Angriff aus dem Cyberspace nicht völlig schutzlos ausgeliefert zu sein.

Mit dem Teamwork-Bonus werden auch die anderen Team-Mitglieder ihren Hacker in der virtuellen Realität unterstützen, um einen Zugang in den Host zu finden, und während der Hacker dort Schwarzes IC in Schach hält, können andere Mitglieder die Sicherheitstür öffnen oder die Daten zu Projekt X herunterladen.

Es gibt keine virtuellen Alleingänge mehr: Der Kampf gegen IC wird ebenso gemeinsam ausgetragen wie der Kampf gegen die Agenten des Konzerns.

Dieser Fate-Hack wurde von Oliver Kersting geschrieben.

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