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Tianxia #18: Samurai – Tenka – Eine Einleitung

In einem früheren Blog-Artikel zu „Tianxia‟ hat Dominik bereits die Comicserie „Usagi Yojimbo‟ zur Sprache gebracht – und mir damit den Weg zu diesem Artikel geebnet. Denn denkt man sich die Hasenohren, das weiße Fell und den Puschel am Hintern weg, ist Usagi ein ganz typischer Protagonist japanischer Samurai-Geschichten. Seit den späten 50er Jahren sind diese Geschichten dank der Pionierarbeit einiger Filmemacher auch bei uns ein Begriff. Und weil es sich bei den Samurai um heldenhafte, asiatische Schwertkämpfer dreht, müssen sie sich doch eigentlich wunderbar in „Tianxia‟ einbinden lassen, oder?

 

Na klar!

 

Aber ein Schritt nach dem anderen. Unsere Samurai lassen sich dafür ein paar Blogbeiträge Zeit. In den nächsten Artikeln werde ich nach und nach auf Samurai-Geschichte und -Geschichten eingehen. Und wie man die chinesischen „Tianxia‟-Regeln auf das japanische Samurai-Genre ummünzen kann natürlich auch. Erst einmal ein kurzer Überblick, was euch erwartet:

 

  1. Samurai – Eine Einleitung: Lest ihr grade, Freunde. Und macht gerne damit weiter. Gleich bekommt ihr nämlich einen kurzen Abriss über den Samurai als Heldentyp und die Geschichte der japanischen Kriegerkaste Nike Air Force 1 '07 LV8 ribbon sneakers in white and pink.
  2. Samurai auf der Leinwand: Ab hier geht’s dann um der Samuraifilm. Ich stelle das Genre vor, nenne seine wichtigsten Macher und gebe euch eine umfangreiche Medienliste zur Inspiration mit auf den Weg.
  3. Samurai eine Medienliste: Samurai-Geschichten gibt es wie Sand im Zen-Garten. Hier eine Auswahl.
  4. Samurai – Wuxia trifft Chanbara: In diesem Artikel beleuchte ich, welche Unterschiede zwischen Kämpfen im Wuxia-Film und solchen im Samurai-Film bestehen. Und damit ihr es auch am Spieltisch krachen lassen könnt, versuche ich mich an ein paar Anpassungen für die „Tianxia‟-Kampfregeln.
  5. Samurai – Neue Stile: Kampftechniken für den Samurai
  6. Samurai – Der Weg des Kriegers: In diesem Artikel umreiße ich den Bushido, den kriegerischen Verhaltenskodex der Samurai. Vielleicht wollt ihr ja sogar „Turbo-Tianxia‟ auf Basis der Bushido-Tugenden spielen. Nach der Lektüre dieses Artikels geht das.
  7. Samurai – Ninjo vs. Giri: Die rigide Gesellschaftsstruktur Japans brachte die Samurai immer wieder in moralische Zwickmühlen. In diesem Artikel mache mir daher ein paar Gedanken, wie sich der daraus erwachsene Ninjo-Giri-Konflikt in „Fate‟ umsetzen lässt. Ihr versteht kein Wort? Lesen!
  8. Samurai – Tenka – Mehr unter dem Himmel: Die Bewohner von Shénzōu glauben, sie wüssten Bescheid über alles unter dem Himmel. Doch die Bewohner von Ōyashima, des Reiches der östlichen Inseln, haben auch ein Wörtchen mitzureden. Dieser Artikel erweitert die Welt von Tianxia um ein Äquivalent zu Japan, mit ein paar Schauplätzen, NSC und Aspekten.
  9. Samurai – Tenka-Beispielcharaktere: Dieser Beitrag stellt insgesamt sieben Samurai bereit, die ihr direkt in eurer Kampagnen nutzen könnt, wahlweise als Spielercharaktere oder NSC.

 

Soweit der Überblick. Jetzt aber endlich zum Kern der Sache!

Xia und Samurai

Samurai. Dieser Begriff weckt Assoziationen. Jeder Japanfreund, Anime-Fan und Gamer weiß etwas damit anzufangen. Und wer bei „Tianxia‟ einen Samurai spielen will, der braucht ein klares Bild. Auf den ersten Blick ähneln die japanischen Samurai den Xia aus den chinesischen Geschichten sehr. Doch steigt man etwas tiefer ein, treten die Unterschiede deutlich hervor.

Zunächst grenzen sich Samurai hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Rolle von typischen Wuxia-Helden ab. Obwohl, was heißt typisch? Ein Xia kann ja theoretisch air jordan 1 retro low og sp varsity red hv6157 100 aus allen Lebensbereichen stammen. Der General der kaiserlichen Armee, die matronenhafte Herbergsmutter und der alte zahnlose Bettler: All das sind mögliche Anwärter für die Hauptrolle in einer Wuxia-Geschichte.

In Samurai-Stories ist die gesellschaftliche Stellung des Protagonisten viel stärker festgeschrieben. Das hängt mit der strikten Hierarchie im feudalen Japan zusammen: Alle Samurai gehörten einer Art Kriegeradel, den Buke an. Na schön, zumindest meistens. Es gab durchaus Phasen in der Geschichte Japans, in der Leute aus den niederen Ständen selbst Samurai werden konnten (etwa während der Sengoku-Periode). Und dann gab es noch die Rōnin, herrenlose, wandernde Samurai. Nominell waren sie immer noch Edelleute, doch besaßen viele von ihnen kaum mehr als ihre Schwerter. Diese beiden Gruppen stehen den gesellschaftlich flexiblen Xia natürlich nahe. Kein Wunder, dass die meisten Samurai-Geschichten genau sie zu ihren Protagonisten erkoren haben.

Als eine der herrschenden Schichten hatten die Samurai viele Privilegien inne. Dazu gehörte auch das grausame Recht einen Untergebenen einfach zu töten, sollte der Samurai sich von ihm beleidigt fühlen. Selbst ein streunender Rōnin mit merklichem Hygieneproblem konnte von einem Bauern Respekt erwarten – der Protagonist im Samuraifilm „Yojimbo‟ hat diesen Umstand am Fleischtopf und an der Sakeflasche mächtig ausgenutzt.

Doch wo Rechte sind, sind natürlich auch Pflichten. Jeder Samurai folgte, so das allgemeine Bild, einem strengen Ehrenkodex, dem Bushidō. Dieser hielt ihn zu Mut, Ehre und Höflichkeit an. Und natürlich zu Gehorsam. Ähnlich einem europäischen Ritter hatte auch ein Samurai seinem Lehnsherren, dem Daimyō, bedingungslos die Treue zu halten. Dies ging soweit, dass der Daimyō von seinem Samurai sogar die rituelle Selbsttötung (Seppuku) verlangen konnte. Dies wurde allerdings nur angeordnet, wenn der Samurai schwere Schande auf sich geladen hatte. Bei der Seppuku-Zeremonie schnitt sich der Samurai mit einem Dolch den Bauch auf, damit nach japanischer Vorstellung die Seele entweichen konnte. Dann wurde ihm von einem Sekundanten der Kopf abgeschlagen. Die Schmach galt damit als abgegolten.

Optisch ist der Samurai ebenfalls deutlich zu erkennen, an seinen Waffen. Jeder Samurai trägt ein Daishō an seiner Seite, ein Schwerterpaar. Es besteht traditionell aus einer langen Klinge, dem Katana, und einer kurzen Klinge, dem Wakizashi. Die Scheide ist dabei so angelegt, dass die schneidende Seite der Klingen nach unten zeigt. Ebenfalls typisch für Samurai war der Chonmage, ein spezieller Haarknoten. Er ragte von der hinteren Seite des Kopfes auf. Das Haar davor war bis an die Stirn ausrasiert. In Friedenszeiten war der Kimono das Kleidungsstück der Wahl. In der Schlacht trugen Samurai hingegen Rüstungen aus Leder, Metall oder Bambus mit beweglichen Schulterplatten und verzierten Helmen. Auch dämonisch grinsende Masken, die die untere Hälfte des Gesichtes bedeckten, waren verbreitet.

Ein weiterer Unterschied zwischen Samurai und Xia zeigt sich in ihrem Verhältnis zu Autoritäten. Wo der Wuxia-Held die soziale Ordnung auch schon einmal mit Füßen tritt, ganz buchstäblich, ist der Samurai ein Befehlsempfänger. Schon im Wort Samurai schwingen Demut und Gehorsam mit. Wörtlich aus dem Japanischen übersetzt bedeutet es Diener oder Gefolgsmann. Die Bezeichnung Samurai für den japanischen Kriegerstand kam aber erst im 16. oder 17. Jahrhundert überhaupt auf – vorher war es der Begriff für die Wachen des Kaisers. Viel verbreiteter war die Bezeichnung Bushi, was einfach Krieger bedeutet.

Die Zeit der Samurai

Die Geschichte der Samurai ist voller Aufs und Abs. Zur besseren Benutzbarkeit am Spieltisch will ich daher vor allem auf vier Epochen eingehen.

Die Heian-Periode (Der Ursprung der Samurai)

Die Anfänge der Samurai sind unspektakulär. Vor Ende des 8. Jahrhunderts rekrutierte sich die japanische Armee, wie die chinesische auch, durch die Wehrpflicht. Doch Kaiser Kammu hielt das System für zu ineffektiv und schaffte es im Jahr 792 kurzerhand ab – die schlechten Leistungen der Soldaten in seinen Expansionskriegen könnten den Ausschlag dazu gegeben haben. Kammu setzte in der Folge auf Freiwillige, doch ihre Zahl war zu gering. Die Großbauern und Grundbesitzer in den entlegenen Gebieten mussten sich also selbst verteidigen: Die Geburtsstunde der späteren Samurai-Clans.

Die Sengoku-Periode (Die Festigung der Macht)

Ab dem 12. Jahrhundert schlitterte Japan in eine bewegte Zeit voller Konflikte. Der Mongolenherrscher Kublai Khan griff das Inselreich mehrfach an. Chaos und Hunger waren die Folge. Die Kaiser verloren an Einfluss, während ihre Shōgune, die Oberbefehlshaber der Samurai, die eigentliche Macht im Staate hatten. Je weiter die Hauptstadt entfernt war, desto mehr regierten die jeweiligen Daimyō, die Vasallen des Shōguns, nach Gutdünken. Das führte Ende des 15. Jahrhundert dann zur Sengoku-Zeit – Japans ganz eigener „Zeit der streitenden Reiche‟, während der viele Provinzen Krieg gegeneinander führten.

Die Edo-Zeit (Der Niedergang der Samurai)

Mit dem Ende der Sengoku-Zeit und der Einigung Japans durch Tokugawa Ieyasu, begann die Edo-Zeit, benannt nach der neuen Hauptstadt (das heutige Tokyo). Damals wandelte sich die Samuraikaste vom Krieger- zum Beamtenstand – das Daishō hatte nur noch symbolische Bedeutung. Als Shōgun Tokugawa dann die Daimyō anwies, ihre Armeen zu verkleinern, fluteten Rōnin die Städte und Dörfer. Das bekannte Epos der „47 Rōnin‟ entstammt der Edo-Zeit, ebenso die endg behind the design of the air jordan 12ültige Form des Bushidō. Das romantisierte Bild vom Samurai, das wir heute haben, geht daher hauptsächlich auf die Edo-Zeit zurück.

Die Meiji-Restauration (Das Ende der Samurai)

Im Jahr 1868 wurde in Japan die Machtposition des Kaisers (jap. Tennō) wiederhergestellt. Japan wandelte sich zu einer konstitutionellen Monarchie nach westlichem Vorbild. 1876 schaffte der neue Kaiser Mutsuhito die Privilegien der Samurai komplett ab, das Tragen des Daishōs wurde verboten. Ein Jahr später kam es zum Satsuma-Rebellion, bei der eine Gruppe frustrierter Samurai sich gegen die Politik des Kaisers wandte – wenn auch nicht gegen den Kaiser selbst. Sie wurde am Ende von der modernen Waffen ausgestatteten, kaiserlichen Armee zerschlagen.

Erstmal bis hierhin. Im nächsten Artikel wird es dann um den Samurai-Film gehen. Lasst besser schon einmal den Blue-Ray-Player warmlaufen.

Also dann, sayōnara!

 
Tenka, die grobe Übersetzung für Tianxia ins japanische.
Tenka ist die Überschrift einer Artikelreihe die sich mit dem Gedanken befasst die Tianxia-Regeln für japanisch inspirierte Hintergrundwelten zu nutzen.
Wer an Legends of the Five Rings mit Fate Regeln denkt ist hier also goldrichtig.
Hier findest du alle früheren Blog-Artikel zu Tianxia und hier alle zur Themenserie Tenka.

 


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Blogtour und Gewinspiel zu Karriere: Superheldin

Dem ein oder anderen dürfte es schon zu Ohren gekommen sein. Während bei Uhrwerk 2018 das Rollenspiel Wearing the Cape erscheint und somit das Spielen von Superhelden in der gleichnamigen Romanwelt ermöglicht, bringt der Schwesterverlag Feder & Schwert die Romanreihe dazu heraus. Nun startet Feder&Schwert eine Blogtour nebst Gewinnspiel zum ersten Wearing the Cape Roman »Karriere: Superheldin« (VÖ: 21.12.2017). Alle Informationen zum Gewinnspiel und der Blogtour findet ihr hier.

Tianxia #17: Wuxia-Romane

Im letzten Artikel haben wir ein wenig über das Wuxia-Fiktion berichtet. Wer sich nun tiefer damit auseinandersetzen möchte und Wuxia-Romane lesen möchte findet auf Wuxiaworld ein Projekt das es sich zur Aufgabe gemacht hat Romane zu übersetzen.

Wenn man ein wenig sucht findet man vereinzelt auch weitere Romane so z.B.


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Evolution Pulse eine Vorstellung

Was der italienische Verlag DreamlordPress, in Kooperation mit BlackBoxGames veröffentlicht haben, ist schon etwas ganz Besonderes. Evolution Pulse ist eine Augenweide, und die Hintergundwelt direkt losspielenswert.
Doch wollen wir kurz eine der Inspirationsquellen nicht unerwähnt lassen, denn ist diese mindestens genauso beeindruckend. Nicht nur optisch sondern auch inhaltlich finden sich maßgebliche Verbindung zum Manga BLAME!
Star-Mangaka Tsutomu Nihei schuf diesen wortkargen, aber visuell umso stärkeren Cyberpunk-Manga.

Der Einzelgänger Killy ist auf der gefährlichen Suche nach den Netzwerkgenen, Schlüssel zum Wissen der gesamten Menschheit. Seine Reise führt ihn bis in die oberen Ebenen der gigantischen Megastruktur, die sich konstant weiter ausbreitet und sowohl die Erde als auch den Mond umschließt. Dort stellt er sich dem Kampf gegen mächtige Cyborgs und irre Mutanten.

Wer Blame! kennt oder sich mit derlei Themen anfreunden kann, der darf sich bei Daniel Comerci & Alberto Tronchi bedanken. Die beiden Italiener schufen Evolution Pulse:

2917: Gewaltige labyrinthene Städte umspannen die Welt, eine transhumanistische Utopie.
Wissenschaftler in der Antarktis jedoch finden eine kleine schwarze Box unbekannter Herkunft.
Sie aktiviert sich anhand einer undurchschaubaren Programmierung und schreibt auf einen Schlag die Realität um. Von nun an hat jeder einzelne Herzschlag das Potenzial, die Welt zu verändern (der „Evolution Pulse“), und Milliarden menschliche Herzen tun genau das, bis auf molekularer Ebene. Jede dieser Änderungen bringt Antimaterie in die Welt, und mit ihr die Hekath – bizarre außerdimensionale Kreaturen, die jegliche Materie verschlingen. Innerhalb von neun Stunden zerbricht die Zivilisation. Die meisten Menschen sterben, verschwinden, mutieren.

Die einzigen, die rechtzeitig reagieren, sind drei der KIs, die die Megastädte verwalten.
Unabhängig voneinander isolieren sie ihre Bevölkerungen und setzen Pläne in Kraft, um die Menschheit zu retten und herauszufinden, was genau die Welt zerstört hat. Dafür nutzen sie ihre individuellen Executors – Agenten, die imstande sind, in dieser chaotischen neuen Welt zu überleben. Die KI Nirvana erschafft Klone, die den Puls ihres Herzens kontrollieren und sich durch ihre Einsätze ein „echtes“ Leben erkaufen können. Die KI Eden legt ihre Schützlinge in einen Cryoschlaf und entkoppelt ihre Seelen als psychische Konstrukte. Die KI Olympus schließlich baut die Überlebenden um und schickt sie als Cyborgs zurück in die Welt.

Die Spieler schlüpfen in die Rolle dieser Executors. Auf der Suche nach Überlebenden und einem Weg, die menschliche Rasse zu retten, müssen sie die gigantischen Ruinen dieser zerfallenen Welt erkunden, sich mit Mutierten auseinandersetzen, die fremdartigen Hekath bekämpfen und sich schließlich auch ihrer eigenen, transhumanen Existenz und der Herangehensweise der KIs stellen.

Seelenfänger Hörspiel

Das Hörspiel zum Rollenspiel Seelenfänger, Täuscherland: Der Krieg der Seelenfänger steht ab sofort zum Download bereit.

Dieses Hörspiel erzählt die Vorgeschichte unseres Rollenspiel-Settings Täuscherland. Die Schülerin Mariel erlernt das Handwerk der Seelenfänger. Im Orden der heiligen Erlösung weist sie verlorenen Seelen den Weg zu den Göttern. Ihre Ausbildung in der Stadt „Hort am See“ scheint friedlich. Doch ihr wird bewusst, dass am Rande des Reiches der Krieg gegen die Barbaren ständig mehr Opfer fordert. Und auch im Inneren des Landes gewinnt ein neuer Feind an Macht und Einfluss: Der Orden der reinigenden Marter. Seine skrupellosen Mitglieder versklaven die Geister Verstorbener. Intrigen und Verrat werden den Lauf der Geschichte verändern … und letztlich auch das Gesicht der Welt.

Tianxia #16: Wuxia-Fiktion

Die Wuxia-Filme, die wir heute anschauen, basieren auf der modernen Wuxia-Literatur.Diese Literatur hat ihre Wurzeln in den Chuanqi (Prosa-Romanzen) der Tang-Dynastie, die bereits viele der Elemente des modernen Wuxia-Genres enthielt (z. B. Magie, übernatürliche Ereignisse und Rache), sowie den Huaben-Geschichten der Geschichtenerzähler der Song-Dynastie. Huaben-Geschichten waren in dieser Zeit äußerst populär. Der Name stammt von den Stichwort-Büchern, die die Geschichtenerzählern als Gedächtnisstützen benutzten. Die Themen dieser Geschichten waren Yinzi’er (Geschichten über seltsame Ereignisse), Gongan (Detektivgeschichten), und Tie Qi’er (Geschichten über kriegerischen Heldenmut). Doch die Pioniere des Wuxia-Genres schrieben ihre Werke während der Ming- und Qing-Dynastien. Sie legte viele der Standards für moderne Wuxia-Romane fest. Romane wie Die Räuber vom Liang-Schan-Moor waren dünn verschleierte Kritik an der Regierung. Andere Romane, wie die verschiedenen Gongan (wie beispielsweise die Geschichten über Richter Dee) wurden für den Massenkonsum verfasst. Der moderne Wuxia-Roman entstand nach der Bewegung des 4. Mai im Jahre 1919. Es entstand eine neue Literatur, die einen Bruch mit den konfuzianischen Werten verlangte. Die Xia dienten als ein Symbol der persönlichen Freiheit, widersetzte sich der konfuzianischen Tradition und lehnten das chinesische Familiensystem ab. Als eine Form des Protestes waren Filme und Literatur des Wuxia-Genres zu verschiedenen Zeiten während der Qing-Dynastie und der republikanischen Ära verboten. Diese Verbote schadeten dem Wachstum des Genres, aber nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine neue Phase der Exzellenz für die Wuxia-Literatur, veranschaulicht durch die Arbeit von Huanzhu Louzhu (Autor von Blades from the Willows). Andere einflussreiche Autoren der Zeit sind Wang Dulu, der den Gebrauch der Melodramatik begründete, und Yao Minai, der über Geheimgesellschaften schrieb. Während dieser Zeit wurden die Wuxia-Schriftsteller in die nördliche und südliche Schule eingeteilt. Die nördliche Schule hatte ihren Mittelpunkt in Peking und folgte einem traditionellen Ansatz. Sie konzentrierten sich auf traditionelle Werte, legen Wert auf Realismus und setzten ihre Geschichten in einen historischen Kontext. Die Geschichte der drei Reiche ist typisch für diesen Stil, auch wenn der Roman nicht in dieser Zeit geschrieben wurde. Die südliche Schule stammte aus Shanghai und entwickelte sich aus der neuen literarischen Bewegung. Romanautoren wurden vom Westen beeinflusst und verfassten etwas, was man Pulp-Fiction nennen könnte. Eine zweite Phase wurde Mitte der 50er Jahre durch die Arbeit von Jin Yong (Verfasser von Der Fliegende Fuchs vom Schneeberg). Seine Zeitgenossen umfassten Liang Yusheng, der das Konzept des intelektuellen Helden einführte, und Gu Long, der die Xia als einsame Asketen betrachtete.

Chinesische Wuxia-Filme, die aus der literarischen Tradition entstanden, sind Fantasy-Filme mit fliegenden Schwertkämpfer, sowie eher konventionelle Kung-Fu-Film. Die erste Art basiert auf dem ersten Wuxia-Film, The Burning of Red Lotus Monastery, der 1928 gedreht wurde und auf The Legend of the Strange Hero von Xiang Kairen basiert. Dieser Film und seine Fortsetzungen waren der Prototyp für das Wuxia-Fantasy-Genre. Darin findet man alle Elemente moderner Wuxia-Fantasy-Filme, darunter Spezialeffekte, die die Macht der Handfläche simulieren und die Verwendung von Draht, um das Fliegen abzubilden. Die anti-konfuzianischen Themen, die Gewalt und die übernatürlichen Elemente in diesen Filmen führten jedoch dazu, dass die Regierung ihre Produktion in den 1930er Jahren verbot und ihren Inhalt als negativen Einfluss auf Chinas Jugend bezeichnete. Als die Produktion dieser Filme in den 1950ern wieder aufgenommen wurde, nahmen sie Stilelemente und Konventionen aus der traditionellen chinesischen Oper auf. Dazu gehörte die Förderung eines streng orthodoxen Moralkodex. Mitte der 60er Jahre verwandelte eine Verbindung mit der neuen Literaturbewegung die eindimensionalen Xia der früheren Filme in komplexere Charaktere mit menschlichen Schwächen. So entstanden die Wuxia-Filme, die wir heute kennen. König Hu (Pinyin: Hu Jinquan) entwickelte einen Stil von Bildsprache und Schönheit, der unsere Sinne anspricht, während Chang Cheh (Pinyin: Zhang Che) den bei Liebhabern von Gewalt so beliebten Stil der Gewalt und des Blutvergießens einführte. Die meisten jedoch kennen die Fantasy von Tsui Hark (Pinyin: Xu Ke), die unsere Fantasie einfängt, und die Choreografie von Yuen Woo-Ping (Pinyin: Yuan Huo-Pin), die unseren Puls vor Aufregung rasen lässt.


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MadMonkeySquad spielen Fate

MadMonkeySquad besteht aus 5 affenartigen Let’s Playern und Pen&Paper Rollenspielern die auf Youtube und Twitch euch täglich neue Videos liefern.
Morgen um 19 Uhr geht es auf Twitch los mit „Flowers for the Everafter“, einer Urban-Fantasy-Noir Runde. Das Setting hat das Quintett mit Fate Core selbst erstellt haben.
Morgen könnt ihr also die erste Runde verfolgen, nachdem Sie das Setting erstellt haben.

„Beauty is a fading flower, truth is but a wizard’s tower, where a solemn death bell tolls… Ein wiedersehen mit einer alten Bekanntschaft, ein ewig ausstehender Gefallen und verworrene Ereignisse warten auf unsere 4 Ermittler…

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Die KDA (Abteilung für Komplexe und Diffuse Angelegenheiten) der Polizei Hamburg ist praktisch obsolet.
Die Magie wird von Jahr zu Jahr schwächer, die Perioden zwischen dem Tod und der Widergeburt eines Mythen Aspekts werden länger und was die normale Polizei an magischen Angelegenheiten nicht klären kann übernimmt heutzutage das Einsatzkommando.
Die einst große, einflussreiche und großzügig ausgerüstete Abteilung besteht heute nur noch aus 4 „Spezialisten“: einem abgeranzten Feencop, einem ambitionierten Neuling mit Biss, dem letzten bei der Kripo verbliebenen Medium und einem magischen Forensik-Nerd, die sich gemeinsam in ein winziges Büro neben dem Heizraum quetschen.
Gäbe es doch nur einen Fall der ihnen wieder zu altem Glanz verhelfen könnte…

mit Chris vom MMS
Flo vom MMS
Mathies vom MMS
Philip vom MMS
und dem Herrn des Schicksals Plastikloeffel

Tianxia #15: Xia, Jianghu und die Gesellschaft

Zehn Jahre machen einen Gelehrten, aber keinen Veteran des Fluss-Sees.

Die Xia waren einst Mitglieder der herrschenden Elite gewesen und wurden als Außenseiter angesehen, die sich wegen ihrer Tendenz, Gewalt zur Lösung von Konflikten zu nutzen, nicht an die Regeln der konventionellen Gesellschaft halten. Der illegitime Gebrauch von Gewalt wurde von der chinesischen Gesellschaft verpönt. Ihre wandernde Lebensweise und Existenz ohne Wurzeln wurde als Ablehnung der Familientradition gesehen. Und in einer Gesellschaft, die Bildung höher schätzte als körperliche Fähigkeiten, waren die Xia ein Anachronismus und galten als eine Darstellung der chinesischen Gegenkultur. Die Trennung zwischen Wu-shi und Wen-shi wurde während der Han-Zeiten besonders groß. Doch ist der wahrgenommene Wertekonflikt größtenteils kosmetisch, und die Gong-an-Literatur zeigt, dass beide zusammen existieren können. Die Xia wurden von der Elite nicht sehr geschätzt. Sie waren auf die unteren Ränge der Gesellschaft beschränkt, und viele Aufstiegsmöglichkeiten standen ihnen nicht offen. Für die Masse der einfachen Leute jedoch war ein Xia oft eine Person, zu der man aufschauen musste. Er war ein mythischer Charakter, der sich gegen die unterdrückerischen Grundherren und korrupten Beamten stellte. Trotz all dieser Unterschiede hatten alle Werte der Xia ihre Wurzeln in konfuzianischen Werten. Dies ist keine große Überraschung, da sie ihre Tradition auf die Xia der Zhou-Dynastie zurückführten, deren Werte fast ausschließlich auf konfuzianischen Traditionen beruhten. Der heroische Xia ist der konfuzianische Junzi, der den Kampfgeist des Shi und nicht den gelehrsamen Ru verkörpert. Ihr paralleler Ethik- und Verhaltenskodex stellt die Kehrseite der chinesischen Gesellschaft dar und ist kein Gegensatz zur Tradition. Das Verhalten der Xia ist komplementär ‒ Yin und Yang. Diese Dualität spiegelt sich in der Gegenüberstellung von Xia und Gelehrten wider. Der Xia wird in Zeiten des Chaos respektiert, während der Gelehrte in Zeiten der Stabilität hoch angesehen ist. Und so kam es, dass der, der in der Jugend Xia war, häufig zum Gelehrten wurde, wenn er alterte und Weisheit erlangte, und der Magistrat, der seinen Verstand benutzte, um die Ordnung zu wahren, beschäftigte auch Xia, wenn körperliche Kraft erforderlich war. Diese Beziehung wurde durch das Gongan (die Fallhistorie) der Qing-Dynastie berühmt. Sie beschrieb das Bündnis zwischen kriegerischen Helden und rechtschaffenen Beamten, die zusammen arbeiteten, um die Beschwerden unschuldiger Bürger zu lindern. Gewiss aber basierte sie auf ähnlichen Beziehungen zwischen Xia und Beamten während der Tang- und Song-Dynastien.


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Tianxia #14: Wuxia, Sekten und Geheimgesellschaften

Im Fluss-See kann ein Mann nicht für sich selbst entscheiden.

Im Gegensatz zu den ländlichen Banditen des Lulin oder den unnahbaren Wanderern des Wulin gehörten Mitglieder der geheimen Gesellschaft zur städtischen Gemeinschaft. Das Tang (Gemeinschaftshalle) war ein Gemeindezentrum, in dem sich die Mitglieder versammeln konnten, um Kontakte zu knüpfen. Es basierte auf Gesellschaften mit gegenseitigem Nutzen. In Zeiten von Katastrophen oder Not leistete die Gesellschaft finanzielle Hilfe oder bot Unterkunft an. Unter anderen Umständen boten sie physischen Schutz von Leben und Eigentum an. Im Wesentlichen war die Geheimgesellschaft eine Ersatzfamilie, die mittellose Bauern, freigesetzte Soldaten und andere gesellschaftliche Ausgestoßene des Fluss-Sees willkommen hieß. Sie bot Sicherheit und ein Familiengefühl, das Mitglieder sonst nicht hatten.

Um die Ordnung in einer vielfältigen Gesellschaft aufrechtzuerhalten, wurden Verhaltenskodizes von Geheimbünden übernommen.Es wurde starre Disziplin gelebt, und Einweihungsriten und Feuerproben waren für den Eintritt erforderlich. Mitglieder von Gruppen wie den Hong-men sollten die 72 Artikel, die 36 Eide und die 21 Verordnungen sowie die 10 Tabus und die 10 Strafen kennen. Solche Beschränkungen wurden verwendet, um die Kontrolle über die Mitglieder der Gesellschaft auszuüben, und hatten den zusätzlichen Effekt, dass die Mitglieder Verbrechen mit leichtem Gewissen begehen konnten, sofern solche Handlungen innerhalb des Systems erlaubt waren. Wer jedoch die Regeln der Gesellschaft nicht beachtete, wurde mit grausamer Härte bestraft.

Geheimgesellschaften konnten in große Gruppen eingeteilt werden. Es gab solche, die von der Religion beeinflusst wurden, und solche, die offen politisch auftraten.Geheimgesellschaften der ersten Art waren im nördlichen China am weitesten verbreitet, wo die meisten Gruppen Ableger der Gesellschaft des Weißen Lotus waren. Geheimgesellschaften des Südens gehörten vor allem während der Qing-Dynastie meistens zur letzteren Art. Doch trotz der Unterschiede in ihren Hintergründen gab es große Überschneidungen zwischen diesen Arten von Geheimgesellschaften. Die Organisation und Ziele politischer und religiöser Geheimbünde konvergierten aufgrund der Übernahme vieler Aspekte von Gottesdienst und Ritual durch politische Gruppen. Diese Geheimgesellschaften versammelten sich unter dem Deckmantel der Religion, um der Verfolgung durch die Regierung zu entgehen, und Rebellen gingen häufig als Mönche getarnt ihrer Aktivitäten nach. Die Tatsache, dass Klöster das Privileg erhalten hatten, Ausweispapiere zu kaufen und zu verkaufen, seit die Shaolin-Mönche 622 n. Chr. Tang Taizhong unterstützt hatten, führte auch dazu, dass Klöster zu Zufluchtsorten für politische Dissidenten wurden. Dies führte natürlich zur Unterdrückung von religiösen Sekten, die gelegentlich auch verfolgt wurden, wenn ihr Einfluss zu groß wurde. Zu ihrem eigenen Schutz entwickelten diese Sekten eine antidynastische Agenda, nachdem sie in den Untergrund gedrängt worden waren.

Religiöse Elemente hatten tiefgreifenden Einfluss auf Geheimgesellschaften und wurden vom utopischen Ideal der Chinesen beeinflusst. Seit der Tang-Dynastie ist der Leitspruch der Geheimgesellschaft „Frieden und Gleichheit“.Geheimgesellschaften behaupteten, Gleichheit zwischen bürgerlicher und adliger Elite anzustreben. Darüber hinaus nahmen Geheimgesellschaften Frauen in ihren Reihen auf. Im Gegensatz zur Tradition der Hauptgesellschaft verfolgten viele Geheimbünde Gleichberechtigung der Geschlechter, und Frauen konnten in solchen Gesellschaften einen hohen Rang erreichen. In ihren Anstrengungen, die Interessen der Entrechteten zu schützen, förderten Geheimgesellschaften gegenseitige Unterstützung und unterwiesen ihre Mitglieder in den Kampfkünsten. Sie organisierten Dorfmilizen, damit die Bauern der Last der hohen Steuern durch korrupte Beamte und Grundbesitzer widerstehen konnten, und trieben oft moralische und soziale Reformen voran.

Die Anführer der Geheimgesellschaften waren verarmte Intelektuelle ‒ Absolventen, die nicht in der Lage oder nicht bereit waren, Arbeit zu finden, gescheiterten Prüfungskandidaten, Ex-Militärs, Yamen-Beamte, Mönche, Priester und andere gebildete Mitgliedern des Fluss-Sees. Geheimbünde boten gebildeten Männern, die nicht in die Rollen für Beamte mit normalen Regierungskarrieren passten, einen alternativen Weg, Macht und Status zu erlangen. Von einem politischen Standpunkt aus funktionierten Geheimgesellschaften ähnlich wie die Blutlinien von Adelsfamilien. Sie versuchten, die lokale Regierung zu beeinflussen, indem sie schwache Beamte schikanierten oder korrupte bestachen. Wenn die Regierung stark war, wandten sie sich eher Kleinkriminalität, Schmuggel und Widerstand gegen Steuereinnehmer zu. Die Milizen, die organisiert wurden, um solches Tun zu unterdrücken, wurden nur nominell vom örtlichen Adel geführt. Die tatsächliche Ausbildung und das Kommando über die Truppen wurden auf untergeordnete Offiziere verwiesen, die oft Mitglieder von Geheimgesellschaften waren. Eine weitere Infiltration durch Mitglieder der Geheimgesellschaft erlaubte es, die Einheiten der Milizen unter den richtigen Bedingungen in Banditen- oder Rebellengruppen umzuwandeln. In Zeiten von Unordnung, Invasion von außen und schwacher Regierung führten Geheimgesellschaften häufig Bauernrevolten an und verbündeten sich mit professionellen Banditengruppen, um den kaiserlichen Staat herauszufordern. In der Tat waren Geheimgesellschaften während der gesamten chinesischen Geschichte unmittelbar in jede Bauernrebellion verwickelt.


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    Tianxia #13: Das Jianghu

    Faszinierend von außen, großartig von innen.

    Jianghu ist ein Wort, das während der Ming-Dynastie entstanden ist und verwendet wird, um die Welt der You-Xia zu beschreiben. Ursprünglich bezog sich das Wort auf Orte, an denen Eremiten lebten, aber schließlich wurde es für das verwendet, was als Unterwelt bekannt wurde, als Welt der Banditen oder manchmal die Welt der Kampfkünste. Für Once upon a time in China wird die wörtliche Übersetzung Fluss-See verwendet. Der historische Fluss-See bezieht sich auf die Welt der Geheimbünde und Banditen. Der fiktive Fluss-See umfasst das Wulin (siehe unten) und besteht aus Wanderern mit geringen Ressourcen und ohne festen Wohnsitz. Seine Bewohner umfassen Xia, verarmte Intellektuelle, Abenteurer, Mönche, Priester, Rebellen, Kultisten, arbeitslose Bauern und Arbeiter, umherziehende Hausierer, Bettler, freigestellte Soldaten, Banditen, Schmuggler und andere Ausgestoßene der Gesellschaft. Für diese Menschen stellte der Fluss-See eine Ersatzfamilie dar, die ihnen die Unterstützung und den Schutz bot, die sie von der Hauptgesellschaft nicht erhielten.

    Das Lulin

    Diejenigen, die andere ihres Eigentums berauben, sind entweder Banditen oder Einbrecher. Erstere arbeiten in Gruppen, nutzen vorbehaltlos Gewalt und töten und rauben am hellichten Tag, in offener Missachtung des Gesetzes. Auf der anderen Seite arbeiten letztere in kleinen Banden von drei bis fünf Mann; sie schleichen sich nachts herum und greifen nur dann zu Gewalt, wenn ihr Leben auf dem Spiel steht.

    — He Xiya

    Das Lulin ist die Welt des Gesetzlosen. Seine Mitglieder werden in Die Räuber vom Liang-Schan-Moor als „Getreue der Unterwelt“ bezeichnet, oder „Brüder der grünen Wälder“ in den Romanen über Richter Dee. Das Lulin umfasst Banditen, Einbrecher, Piraten und andere Kriminelle. Im Allgemeinen begannen Banditen und Piraten in kleinen Gruppen zu arbeiten. Um sich gegen die Opposition zu stärken, würden sie aus den Reihen der enteigneten Bauern und Schiffer sowie anderer Mitglieder des Fluss-Sees rekrutieren. Als sie zahlreicher wurden, wurde es notwendig, Hierarchien zu bilden und Regeln aufzustellen, um Ordnung zu halten. Die Banditen haben sich in dieser Hinsicht stark von Geheimbünden bedient. Mitglieder der Bruderschaft der Grünen Wälder schworen Blutschwüre, behielten ihre eigenen Gesetze und Ethik bei und kommunizierten mit geheimen Codes, Zeichen und Sprachen.

    In Zeiten der Stabilität machten Banditen Jagd auf ehrliche Bauern. Städte und Dörfer waren gezwungen, Schutzgeld zu zahlen oder mit den Folgen zu leben. Diese Dörfer wurden im Wesentlichen Teil einer Familie von Banditen und konnten die Verwüstungen durch schwächere Bandengruppen verhindern, indem sie den Schutz ihrer „älteren Brüder“ forderten. Gelegentlich riefen die Dörfer ihre gesetzlosen Beschützer dazu auf, Vendettas zwischen den Familien durchzuführen. Ein unabhängiges Dorf, das mit dieser Art von Opposition konfrontiert war, war gezwungen, sich zu seinem eigenen Schutz einer rivalisierenden Banditenbande anzuschließen. Dies führte zu einer weiteren Eskalation des Konflikts, und eine solche Störung führte zu einem Eingreifen der Regierung. Ironischerweise, zumindest für die Beamten, die mit der Aufgabe betraut waren, Banditen zu unterdrücken, war das Lulin auch die Quelle, aus der Söldner für ihre Milizarmee (Tuan Lien) rekrutiert wurden.

    Eine verwandte Entwicklung war die der Dorfgemeinschaft (Lian Zhuang Hui), die von den Bauern selbst organisiert und geführt wurde, um Banditen Widerstand zu leisten und sich den ungeheuerlicheren Forderungen der lokalen Elite entgegenzustellen. Solche Gruppen hatten oft Sympathien für anti-dynastischen Revolutionäre, weil ihre Reihen von Mitgliedern von Geheimgesellschaften infiltriert worden waren. Beamte nannten solche Gruppen „Scheinmilizen“ oder „Banditenmilizen“, weil sie sich bewaffnet gegen Steuereinnehmer zur Wehr setzten und sehr schnell zu echten Banditen wurden, wenn sie von Geheimbünden angezettelt wurden. Sogar traditionelle Banditen wurden in Zeiten des Aufruhrs zu vollwertigen Rebellen, die Volksaufstände gegen unterdrückerische Grundherren anführten. Es war auch ziemlich üblich, dass solche Banditengruppen mit antidynastischen Geheimgesellschaften zusammenarbeiteten. Im   Wuxia-Genre wurden rechtschaffene Banditen, die lokale Despoten ablehnten und die Schwachen schützten, Dao-Xia genannt.

    Das Wulin

    Dein Gong-Fu ist nicht gut!

    Das Wulin existiert nur in Geschichten und ist ein Begriff, der verwendet wird, um die Welt der Kampfkünste zu beschreiben. Das ist die Welt der Wuxia-Helden von Autoren wie Jin Yong und Gu Long und des Hong-Kong-Kinos (oder besser gesagt des Mandarin-Kinos). Es ist eine Welt, in der Xia ihr Leben der Vollendung ihrer Kampfkünste widmen und für Wahrheit, Gerechtigkeit und den konfuzianischen Weg kämpfen. Eher weltliche Xia suchen Ruhm, Ruhm und Reichtum. In der Fiktion sind es diese Mitglieder des Wulin, die das Shi-Vermächtnis weiterführen. Sie folgen vielen Regeln, die in Wude (kriegerische Tugend), Li (Ritterlichkeit), Hao (Galanterie) und Bao (Rache) verkörpert sind. Im Fluss-See ist die Elite des Wulin als Gao Shou (wörtlich: hohe Hände) oder Huang-baofu (wörtlich: gelbe Säcke) bekannt und wird mit Respekt und Ehrerbietung behandelt.


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