April 2017

Eagle Eyes #12: Von Prätoren und Liktoren, den Vorgängern der Polizei

Die Geschichten von Eagle Eyes – In den Schatten Roms drehen sich meistens um Verbrechen und die Rechtsprechung wird in ihren Grundzügen in der Spielwelt bereits abgedeckt. Doch stellt sich vielleicht dem einen oder anderen die Frage, was denn nun eigentlich passiert, wenn ein Verbrechen geschehen ist? Was, wenn z. B. ein Mord entdeckt wurde? Erscheint dann CSI: Rom und macht die Täter nach mehreren Filmmontagen dingfest?

 

Es ist eher anders herum. Hier heißt es: Wo kein Kläger, Angeklagter und viele Zeugen, da kein Richter. Wollte man die Obrigkeit zum Handeln bewegen, musste entweder der Täter vor Gericht gebracht werden und mit möglichst vielen Zeugen und handfesten Argumenten angeklagt werden oder einer der oberen Magistrate, allen voran ein Prätor, musste von der Dringlichkeit zu handeln überzeugt werden.

 

Der Prätor

Wenn wir über Recht und Gesetz im antiken Rom sprechen, darf der Stand der Prätoren nicht fehlen. Hierbei konzentrieren wir uns rein auf die Prätoren, die in der Stadt Rom eingesetzt wurden. Deren Zahl war zu der Zeit, in der Eagle Eyes – In den Schatten Roms in etwa spielt, auf acht angestiegen. Sie wurden vom Volk für ein Jahr gewählt und waren für die Gerichtsbarkeit in der Stadt zuständig. Ihnen oblag es, eine vorläufige Untersuchung der Rechtslage durchzuführen. Danach waren ihre Geschworenenrichter dafür zuständig, die Sachlage weiter zu prüfen und alles vorzubereiten. Am Ende kam es dann zur Verhandlung und zum Richterspruch des Prätors.

 

Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass es zwei verschiedene Arten von Prätoren gab. Es gab den praetor urbanus (zuständig für die Rechtsstreitigkeiten unter römischen Bürgern) und den praetor peregrinus (zuständig für die Rechtsstreitigkeiten zwischen römischen Bürgern und Nichtbürgern).

 

Neben einigen anderen Amtsdienern standen dem Prätor, aber auch allen anderen höheren Magistraten, die Liktoren zur Seite, die ihren weltlichen Arm darstellten.

 

Liktoren

Liktoren waren ursprünglich die Leibwache der Könige. Zur Zeit der Republik wurden daraus dann Amtsdiener, die höheren Staatsbeamten wie Magistraten oder Konsuln sowohl als Zeichen ihres Standes sowie als ausführendes Organ ihrer Befehlsgewalt dienten.

 

Liktoren als Standeszeichen

In der ersten Funktion begleiteten sie ihren Dienstherren auf Schritt und Tritt, sobald er sein Haus verließ. Sie schritten ihm voraus, um Platz zu schaffen und ihn anzukündigen. Bei einer Rede oder Ansprache standen sie zu seinen beiden Seiten. Zwar konnten sie eingreifen, wenn es zu Unruhen oder dergleichen kam, tatsächliche Leibwächterfunktion hatten sie aber in dem Sinne nicht.

Das zeigt sich allein schon daran, dass sie im Gänsemarsch ihrem Dienstherrn vorausmarschierten und dieser ihnen ungeschützt als Letzter folgte. Stattdessen kündete ihre Anzahl vom Rang des Magistrats. So schritten einem Konsul zwölf an der Zahl voraus und einen Prätor begleiteten in Rom zwei Liktoren.

 

Liktoren als Ausführungsgehilfen

Liktoren wurden aber auch ausgeschickt, um Leute vorzuladen, festzunehmen, zu bestrafen oder sogar hinzurichten. Letzteres galt aber nur, wenn sich der Magistrat samt Liktoren außerhalb Roms befand. In der Stadt wurde diese Aufgabe von einem Henker (carnifex) ausgeführt.

 

Kleidung und Amtssymbol der Liktoren

Das Zeichen ihrer Macht war das Fascis, ein von einem roten Band zusammengehaltenes Rutenbündel, in dem ein Beil steckte. Es hatte aber nicht nur einen symbolischen Charakter, sondern wurde zudem direkt zur Strafausübung verwendet.

 

Das Fascis wurde in der linken Hand und auf der linken Schulter ruhend getragen. In der rechten hielten die Liktoren einen Holzstab, mit dem sie unter anderem die Leute zur Seite schoben, um Platz für ihren Herrn zu machen.

 

Zudem trugen die Liktoren in Rom eine violette Toga, außerhalb einen roten Kriegsmantel und an Trauertagen Schwarz.

 

Ein Blick in die Zukunft

An dieser Stelle soll es nur um das Ende der römischen Republik gehen. In der Kaiserzeit hatte sich im Bereich der Rechtsprechung noch einiges getan. Die Liktoren wurden durch die Prätorianer ersetzt, die danach noch einige Male in politischer Hinsicht von sich reden machten.

 

Daneben gab es die vigiles, die in der Kaiserzeit zu Beginn Feuerwehrleute waren, aber ebenso wie die zur selben Zeit eingesetzten cohortes urbanae, in Rom stationierte Einheiten der römischen Armee, immer mehr polizeiliche Aufgaben übernahmen.

 

Wer in dieser Zeit spielen möchte, findet hier einiges Interessantes, um den Spielern Möglichkeiten an die Hand zu geben oder Steine in den Weg zu legen.

 

Ideen zum Einsatz von Prätoren und Liktoren

Die Spielercharaktere werden nicht selten zu Mitteln greifen, die auf die eine oder andere Weise illegal sind. Zum einen soll der Artikel zeigen, dass eine übervorsichtige Herangehensweise weder zum Setting noch zu der damaligen Zeit passt. Rom war schon damals eine riesige Stadt, in der man leicht zu einem Gesicht unter vielen wurde. Es gab keine Phantombildzeichner, DNA-Analysen oder Fallanalytiker. Zwar sollten größere Aktionen schon geplant werden, jedoch steht am Ende das Handeln im Vordergrund. Das Wichtigste ist es, sich nicht auf frischer Tat ertappen zu lassen.

Auf der anderen Seite soll es aber auch zeigen, dass die Taten der Adler trotz allem nicht im luftleeren Raum für sich alleine stehen. Vor allem wenn es um angesehene Bürger und Patrizier geht, besitzt ein Prätor genug Hebel, die er in Bewegung setzen kann, um den Spielern das Leben schwer zu machen. Können sich die Adler tief genug in die Schatten zurückziehen, wenn die Stiefel der Liktoren zu hören sind?

Oder aber die Adler sind auf einen Magistrat angesetzt, dessen Heim einer Festung gleicht. Außerhalb wird er aber selbst im Badehaus von seinen Liktoren begleitet. Wie kommen sie an ihn heran?

 

Vielleicht nutzen die Spieler auch die Macht, die ein daherschreitender Magistrat besitzt. Ein gewagtes Spiel, aber der Patrizier der Gruppe sollte genug Präsenz verströmen können, um mit der richtigen Gewandung als Magistrat durchzugehen. Der Legionär schreitet als lictor primus direkt vor ihm her und ihnen voran marschiert ein weiterer Adler ebenfalls mit Fascis und Holzstab in Händen. Oder sie tun dies mit dem Wissen des Magistrats, den sie auf diese Weise vertreten, um dem Attentäter auf die Spur zu kommen, der schon mehrmals Anschläge auf ihn ausgeführt hat.

Es gibt viele Möglichkeiten, mit Details wie diesem die Abenteuer noch stärker mit dem Flair des antiken Roms zu versehen. Wir hoffen, wir konnten euch hierzu Ideen an die Hand geben.

Fate Core System – Deutsche Ausgabe 2. Auflage

Auf der Spielemesse 2016 hat sich der Bestand von Fate Core dramatisch reduziert. Es ist an der Zeit, eine zweite Auflage ins Rennen zu schicken, und das obwohl Fate Core erst 2015 erschein und keine für Rollenspiel übliche kleine Auflagen spendiert bekommen hat. Das bedeutet, dass zum einen Fate Core von Euch geschätz wird und zum anderen unsere Arbeit als deutsche Redaktion nicht die schlechteste ist. Da wir aber stetig bemüht sind, gute Übersetzunge mit gutem Lektorat und ordentlichem Satz sowie den ein oder anderen Zusatzinhalt zu realisieren, schickten wir den Buchblock erneut ins Lektorat und bearbeiten diesen für die zweite Auflage.
Die 2. Auflage ist ab dem 26.04.2017 wieder erhältlich.
Was ändert sich:

  • Der Buchblock hat ein weiteres Gesamtlektorat erhalten. Das bedeutet, es wurden Fehler korrigiert und Seitenverweise berichtigt.
  • Aspekte wurden neu formatiert basierend auf unserem nun für alle Produkte gültigen Styleguide.
  • Kapitelseiten wurden neu gestaltet.
  • Das Inhaltsverzeichnis wurde um eine Ebene erweitert, um die Zugänglichkeit des Buches zu erhöhen.
    Das Impressum hingegen wurde auf eine Seite gesetzt, um Platz für das neue Inhaltsverzeichnis zu schaffen und dabei die nachfolgenden Seiten nicht zu verschieben, damit die Seitenverweise aus anderen Produkten, Foren Rezensionen, Blogs etc. erhalten bleiben.
    Weitere Zusätze wurden ab Seite 300 eingearbeitet.
  • Der Spickzettel wurde erweitert.
  • Der Anhang wurde ergänzt um:
    • eine Übersicht der 4 Aktionen, 4 Ergebnisse
    • eine Tabelle mit der Wahrscheinlichkeitsverteilung zweier widerstreitender Würfe
    • eine Tabelle mit der Wahrscheinlichkeitsverteilung eines Wurfs
    • eine Übersicht mit Optionen beim Erreichen von Meilensteinen
    • eine Tabelle, die zeigt was Fate Core von Turbo Fate unterscheidet
    • eine Überblick der Fate-Versionen
    • eine Zusammenfassung der Fate-Lizenz

Eagle Eyes #11: Wie die Gladiatoren wirklich kämpften – ZDFmediathek

Natürlich gibt es einiges Wissenswertes zum Alten Rom. Schließlich ist die Hochkultur eine der am besten erforschten. Hier also noch ein weiterer Linktipp für euch, damit ihr euch auch multimedial auf eine Runde Eagle Eyes – In den Schatten Roms einstellen könnt.

Spitzenathlethen gab es schon in der Antike. Ein Sieg kann ewigen Ruhm und Freiheit bedeuten, eine Niederlage den Tod. Doch wie liefen die spektakulären Kämpfe im Kolosseum ab?

Wer weiß vielleicht schickt der Senat Euch ins Umfeld der Gladiatoren? Diese Doku ist bis 01.12.2026 in der ZDF Mediathek verfügbar. Saugt Euch also schon vorab die Doku, um für die neueste Fate Abenteuerwelt gerüstet zu sein. Eagle Eyes – in den Schatten Roms erscheint zur Heinzcon.

 

Warp SRD layouted

Fate-Mastermind Rob Donoghue ist, wie ich sehr angetan vom Rollenspiel Over the Edge. Wer das gute Stück zuhause hat, wird mir sicher zustimmen, dass es seiner Zeit (1992) erzählerisch meilenweit vorraus war. Rob hat sich dem SRD angenommen und es in ein ein Layout verfrachtet, das nutzerfreundlicher als der bisherige Text ist. Wer sich das WaRP-System einal ansehen will findet es unter diesem Link.
Dazu schreibt Rob in seinem Blog.

Real life events have meant we’re skipping 7th Sea for March, which is a bummer, but also means the blog has been quiet. So, sorry for that.

I have been chewing a little bit on the greatly underused OGL WARP system, the mechanics behind Over the Edge.  It’s a a very light system – roughly akin to a fractionally more crunchy Risus – and it will forever have a place in my heart as the game the completely blew open the doors of my mind regarding how an RPG character could be expressed. At the time that I read it, I’d been playing Rolemaster, and delighting in my 17 page character sheets (including spell lists).  I’d seen other systems that just used a smaller set of numbers (As small as the Amber DRPGs 4 stats) but structurally things were still built on this stat-centric idea.

OTE dispensed of that in favor of descriptors. A character could be a Burly(3d) Smuggler (4d) Art Snob (3d)  with a Terrible Sense of Humor and that would cover it (less details like name and color).  Not only did that tidily fit on an index card, it tidily and meaningfully fit in the mind. The mechanical expression was closer to the character description than I had ever seen.

So, yeah. Blew my mind. It’s influence is still pretty obvious.  There were a lot of other amazing things about Over the Edge too, but this is the one that left the deepest mark.

I mention all this because a while back, the underlying system was released under OGL by Atlas (because they’re awesome). I did up an ok PDF version of it that I’m sure I still have somewhere and which I consistently think I should get back to. But I’ve never actually done anything with it.

That might change.  I have some ideas niggling in my mind that might lead to some hacking in the near future.  So I figured I’d give at least a little heads up.