Engel

Die Kirche und Templer

Die Kirche

Schwingenkreuz – das angelitische Glaubenssymbol

Seit der Gründung der Kirche im Jahre 2163 und der folgenden Ausbreitung bis an die fegefeuerbegrenzten Rande Europas verehren die gläubigen Angeliten den Stellvertreter Gottes auf Erden, den Pontifex Maximus Petrus Secundus. Seit dieser in Roma Aeterna den neuen Glauben ausrief, ist er um keinen Tag mehr gealtert – noch immer hat er die Gestalt eines vierzehnjährigen Knaben und sein jugendliches, reines Wesen behalten. Die höchste Verehrung gebührt natürlich Gott selbst, der sich jedoch nur durch seinen Stellvertreter und die entsandten Engel zeigt, weshalb sich die wenigsten Gebete direkt an ihn wenden. Tatsächlich werden die meisten Anrufungen an die Erzengel gerichtet, je nach der ihnen zugewiesenen Aufgabe. Ihre Kinder, die Engel, die tatsächlich mit menschlichem Auge gesehen werden können, sind ebenfalls ein Ziel der Ehre und niemand würde wagen, sie respektlos zu behandeln. Kleinere Gebete werden häufig zu einem der mannigfaltigen Heiligen gesprochen, um die hohen Erzengel nicht mit Banalitäten zu belasten.

 

Nach dem Glauben der Angelitischen Kirche kommt ein Mensch unbefleckt und frei von Sünde zur Welt. Und nur er ist es, der sich selbst versündigen oder auch wieder von dieser Schuld reinwaschen kann. Da es laut angelitischer Glaubenslehre kein Leben nach dem Tod gibt und die menschlichen Seele daher nicht im Himmelreich entlohnt oder mit dem Höllenfeuer bestraft wird, achtet die Kirche darauf, dass es gläubigen Menschen wohlergeht und sie für ihre gottgefälligen Taten Gutes sowie für ihre sündigen Taten Schlechtes empfangen. Anders bestellt ist es um die Unsterblichkeit eines Engels – mehr dazu aber hier. Daher gilt auch ein erbarmungswürdiges Wesen, das weder Hab noch Gut hat, als von Gott selbst bestraft, denn andernfalls hätte der Herr die Augen der Kirche in seine Richtung gelenkt.

 

Aber nicht nur in diesen Punkten unterscheidet sich die neue Kirche von der christlichen, die zuvor noch in Europa herrschte. Die Vorstellung, dass Kinder rein und unschuldig sind, gibt ihnen eine zentrale Stellung in der Glaubenslehre, was den jungen Menschen Unantastbarkeit und Sicherheit gewährt. Weder Strafen noch Arbeiten dürfen einem Heranwachsenden auferlegt werden. Für kirchentreue Menschen ist es das höchste Gut, selbst kinderreich zu sein, und auch in den Kirchen selbst sind Kindern häufig und gern gesehen, womit sich das Bild eines stillen und besinnlichen Klosters oder das einer andächtigen und konzentrierten Messe gleich auflöst. Jederzeit ist das Lachen von spielenden Kindern ein Begleiter des Alltags.

 

Der Kirchenzehnt

Als Steuer für ihre Verwaltungsaufgaben erhebt die Kirche einen Kirchenzehnt, der vom Vasallen an seinen Lehnsherren gezahlt wird. Der Zehnt schließt Rohstoffe, Handelswaren, aber auch den zehnten Teil aller Kinder ein. Viele dieser Kinder finden im Dienste der Kirche einen neuen Platz, werden dort aufgehoben und ausgebildet, was ihnen ein segenreiches Leben verspricht. Dennoch aber ist nicht jede Mutter damit zufrieden, ihre Kinder ziehen zu lassen und der Abschied verläuft oft tränenreich.

 

Die Sakramente

Die Kirche kennt im Bezug auf das Leben eines Gläubigen nur drei Sakramente: Die Taufe, die Firmung und das Begräbnis. Die Ehe selbst gibt es nicht mehr und selbst Elternpaaren steht es frei, zusammen zu bleiben oder getrennte Wege zu gehen.

 

Die Taufe bestätigt ein Kind als Geschenk Gottes, weshalb ein ungetauftes Kind oftmals mitleidig und sein Elternpaar misstrauisch betrachtet wird. Die Firmung ist der Übergang des Kindes in ein mündiges Erwachsenenalter und wird meist mit einer Ohrfeige abgeschlossen, die von nun an beweisen soll, dass die Unantastbarkeit des Kindes aufgehoben ist.Das Begräbnis schließlich ist der Abschied von einer Person, deren Leben geendet hat. Der Leichnam wird entweder verbrannt oder unter einem Steinhaufen begraben, wobei der Tote mit Blick zum Himmel und ausgebreiteten Armen bestattet wird. Bunte Gedenktafeln, die mit Bildern verziert werden, oder kleine Geschenke werden dem Grab zur Dekoration beigefügt, denn von nun an lebt der Verstorbene nur noch in den Gedanken der Hinterbliebenen weiter.

Auch den Engeln werden drei Sakramente in ihrem Leben zuteil, die allerdings etwas anders ausfallen als die der Menschen. In diesem Fall sprechen wir von Engelstaufe, Engelsweihe und Läuterung.

 

Die acht Gebote

Auch die Angelitische Kirche gibt ihren Schäfchen Gebote an die Hand, nach denen sie sich richten sollen, um ein gottgefälliges Leben zu führen. Ihre Zahl ist acht – ein jedes Gebot, wird einem Erzengel zugewiesen. Sie lauten wie folgt:

 

Das erste Gebot – Michael

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht.

Das zweite Gebot – Ramiel

Du sollst den Namen Gottes und der Engel nicht missbrauchen.

Das dritte Gebot – Samael

Du sollst dem Willen Gottes und seiner heiligen Kirche gehorchen.

Das vierte Gebot – Uriel

Du sollst die Kinder ehren.

Das fünfte Gebot – Gabriel

Du sollst nicht morden.

Das sechste Gebot – Raphael

Du sollst dich mehren und fruchtbar sein.

Das siebte Gebot – Raguel

Du sollst nicht stehlen.

Das achte Gebot – Sariel

Du sollst nicht lügen.

 

All diese Glaubensgrundsätze, die Gebote, Sakramente, die Geschichte der Kirche oder Hohelieder und Namen der Heiligen finden sich in der heiligen angelitischen Schrift wieder: der Angelitica. Die Angelitica ist eine Mischung aus zusammengetragenen Schriften und neuen Verordnungen und daher im steten Wandel begriffen.

 

Über die gültigen Dogmen und Glaubensrichtlinien entscheidet aber nicht nur der Pontifex Maximus allein. Obwohl seine Weisheit seiner Erscheinung zum Trotz über die Maßen groß ist, hat er einen Beraterstab von zwölf Kardinälen um sich gesammelt, die zusammen das Konsistorium bilden. Dieses Konsitorium ist das oberste Gremium, das über die Geschicke der Heiligen Angelitischen Kirche bestimmt.

 

Der Neufeudalismus

Als oberster Lehnsherr Europas ist der Pontifex weiter für die Verwaltung aller Lande verantwortlich, die der Angelitischen Kirche angehören. Als eine Person allein ist es ihm nicht möglich, alles gleichermaßen zu überblicken. Aus diesem Grund hat er die Ländereien aufgeteilt und den einzelnen Orden überantwortet. Die Pflicht der Verwaltung fällt damit den Ordendsoberhäuptern der damals 7, heute noch 5 Orden zu. Die Sarieliten besaßen zu keiner Zeit eigenes Land, wenngleich sie natürlich auch ein Ordensoberhaupt haben.

 

Die Oberhäupter der Orden, jeweils mit seinem Hauptsitz, sind namentlich:

Michaeliten: Ab Brindisi, Roma Æterna
Gabrieliten: Em Susat, Nürnberg
Raphaeliten: Ab Doron, Gratianopel
Ramieliten: Ab Arbogast, Prag
Urieliten: Ab Guillaume, Mont Salvage
Sarieliten: Ab Orpheo, Roma Æterna

Und waren:
Ragueliten: Ab Gundar, Trondheim
Samaeliten: Ab unbekannt, Corte

 

Und ebenso wie es der Pontifex tut, teilen auch die Äbte und die Em ihre Ländereien weiter auf die Gläubigen auf, damit sie verwaltet und schließlich bestellt werden. Erzbischöfe herrschen über weitere Landstriche oder große Städte, Bischöfe über kleinere Gemarkungen. Diese wiederum geben ihr Land an Laien, die es schließlich bewirtschaften und Erträge einholen. Die Vasallen tragen jeweils ihrem direkten Lehnsherr gegenüber die Schuld, nach Kräften und bestem Wissen zu arbeiten, während der Lehnsherr dem Vasallen Sicherheit und Respekt zollt. Seit mehreren hundert Jahren hat sich dieses System nun bewehrt und versorgt die Kirche stets mit ausreichend Nahrung und Material, dass es ihr im Allgemeinen an nichts mangelt – auch wenn es natürlich einige Unterschiede zwischen den Ländereien gibt.

Dem Volk gegenüber tritt die Kirche hauptsächlich durch ihre Matern und Pater auf, die als Dorfvorstand für das geistliche Wohl ihrer Schäfchen sorgen. In zahlreichen Predigten berichten sie von den Großtaten der Kirche, den Anforderungen, die Gott an sie stellt, oder den Versuchungen des Herrn der Fliegen, denen sie sich erwehren müssen. Da der Gottesdienst zu einem angenehmen Ereignis am Tage werden soll, werden während der Predigten kleine Küchlein gereicht und die Worte der Mater oder des Paters manchmal sogar mit farbenfrohen Bildern untermalt, um die vielen Worte lebhafter zu gestalten.

 

Der Technikbann

Neben der Schrift, die verteufelt  und nur den höchsten Würdenträgern zugestanden wird – oder den Ramieliten – wird auch die Technik als Ketzerei betrachtet. Dies ist allerdings nicht einfach abgehandelt. denn mechanische Fortschritte wie Karren, Lastenzüge und ausgefeilte Abwasser- und Filtersysteme existieren sehr wohl in der gläubigen Welt. Jedoch sind Dampfmaschinen untersagt, ebenso wie jegliche Geräte, die sogar Strom erzeugen oder speichern. Maschinen, die es gar wagen, sich in die luftigen Gefilde der Engel zu erheben, kosten den unweigerlich Erfinder das Leben – und das nicht wegen der Unzuverlässigkeit solcher Flugapparaturen. Die Entscheidung ob Neuerungen Segen oder Ketzerei sind, ist nicht leicht getroffen. Die meisten einfachen Leute halten sich von derartigen Versuchungen fern, um sich nicht gegen den Technikbann zu versündigen, und sei es unwissentlich.

 

In der Kirche Gläubige, die sich dennoch mit dieser Technik befassen, ganz ähnlich wie bei der Schrift. War es früher noch der ganze Orden der Ragueliten, der nun aber durch das Fegefeuer ausgelöscht wurde, so sind es nun die sogenannten Peccati. Die Peccati, die in jedem Orden noch einen anderen, meist wenig schmeichelhaften Namen tragen, nehmen sich der Frage um die Technik an. Ohne sie könnte ein gewaltiges Konstrukt wie die Ordensburgen gar nicht existieren – zumindest müsste man dort auf Annehmlichkeiten wie fließendes Wasser und feuerloses Licht verzichten. Obwohl sie mit all dieser verbotenen Technik umgehen, müssen die Peccati nicht um ihr Leben, aber um ihre seelische Reinheit bangen. Denn obwohl sie es im Auftrag der Kirche tun, versündigen sie sich mit ihrer Arbeit. Sie opfern sich zum Wohle aller, wie es auch diejenigen tun, die das geschriebene Wort erlernen, und nehmen diese schwere Bürde entschlossen auf sich.

 

Die Templer

 

Die Templer sind der starke Schwertarm an der Seite des Pontifex. Als Streitmacht der Kirche steht das Templerheer geeint gegen die Feinde der Kirche. Diese Menschen erhalten schon in jungen Jahren eine kriegerische und disziplinierte Ausbildung, die sie in ihrem Glauben bis zum Fanatismus festigt. Die Frömmigkeit dieser Männer und Frauen ist in aller Munde und somit sind diese Krieger oft ein Vorbild für die gewöhnlichen Menschen in den angelitischen Territorien. Die Gottesfürchtigkeit der Kirchenstreiter begründet sich nicht nur in der Lehre, die sie erhalten, sondern auch darin, dass sie an ein Licht in ihrem Inneren glauben, das ihnen eigen und besonders ist. Dieses Licht können sie anrufen, fast wie es bei Engeln und ihren Mächten ist, um so ungeahnte Kräfte freizusetzen. Eine Waffe in der Hand eines Templer vermag größere Wunden zu schlagen, der Körper eines Templers erträgt mehr Verletzungen, bevor er zu Boden geht und sogar Reittiere, die der Templer besteigt, profitieren von dieser Kraft und preschen furchtlos in die Schlacht. Doch nur, solange der Templer mit dem Tier in Verbindung steht, wird es auch von dem Licht beseelt – nur, wenn er die Waffe in Händen hält, fließt diese reine Kraft durch seinen Arm hinein. Daher wird man nirgends einen Templer erblicken, der sich auf Fernkampfwaffen spezialisiert hat, seien es Bögen oder Speerschleudern – derlei Waffen sind allgemein unter ihnen verpönt.

 

Der Templerglaube

Dieses Licht, das Templer in sich tragen ist es auch, das nach ihrem Tod weiterbestehen kann und sich mit anderen Lichtern verstorbener Templer verbindet, um so einen Engel zu formen. Streng genommen sieht die Kirche diesen nahezu ketzerischen Glauben nicht allzu gern – nach offizieller Lesart der Angelitica gibt es so etwas wie ein Leben nach dem Tod nicht. Aber ein Schaden ist bisher nicht daraus erwachsen, weshalb sie ihn gern toleriert.

 

Ein Engel also stellt für einen Templer somit die Verkörperung verstorbener Freunde dar. Obwohl alle Gläubigen den himmlischen Boten höchsten Respekt zollen, ist die Bewunderung durch die Templer damit größer als bei anderen Menschen: Oft tragen sie ihr Haar, wie es die Engel tragen, lehnen ihre Rüstungen an die Waffenröcke an und tragen beizeiten sogar den Gotteslinien ähnliche Tätowierungen auf der Haut, die sie sich haben stechen lassen, um ihre Hingabe zu demonstrieren. Auch tragen sie fast nie Helme, was gerade in einer Schlacht leichtfertig sein mag, doch fürchten die Templer den Tod nicht und ihre Verehrung den Engeln gegenüber reicht so weit, dass sie, wie ihre Vorbilder, auf den Kopfschutz verzichten.

 

Die Templerhierarchie

Templer leben in einer strikten, militärischen Hierarchie.

Nach dem Pontifex steht der Dux an obersters Stelle der Templer. Der Dux befehligt alle Heerscharen der Angelitischen Kirche, hat aber wie es auch in der hierarchie des Klerus’ ist, Vertreter: Ein jeder Orden wird von einem Kustos angeleitet, der die Belange des Krieges in den einzelnen Ordensländereien regelt. Unter den Kustoden dienen die in Klöstern, Templerdörfern oder Städten ansässigen Decani, die wiederum über Armatura befehligen. Diese schließlich sind es, die ihre Templerfamilie ins Feld führen und an der Front kommandieren.

Stationär verbleiben die Besten der Templer als Magister im Himmel, von wo aus sie ihrerseits hervorragende Mitglieder aus den Templerfamilien berufen, damit sie als Electi ausgebildet werden können und so zu den Elitekriegern des Ordens werden.

 

Der Stolz der Templer

Eine Templerfamilie ist aber auch eben das: Ein eingeschworener Bund vertrauter Kämpfer, die füreinander bereit sind, in den Tod zu gehen. Um ihrer Zugehörigkeit Ausdruck zu verleihen, wählt der Armatura ein Zeichen, das symbolisch für die Familie steht, die Nota. Dieses Zeichen trägt fortan jedes Mitglied der Armatur in seine Haut gestochen, stolz darauf, Teil dieser Familie zu sein.

Die Nota findet sich auch auf dem reich geschmückten Banner der Familie wieder, das Vexilium, das zu keiner Schlacht fehlen darf und nach jedem Einsatz mehr verziert wird. Aber auch einzelne Templer tragen mit einem Code ihren Rang und ihre Auszeichnungen am Körper, jedoch ist dieses System nur von eingeweihten zu durchschauen, damit in einer Schlacht niemals der Anführer zu leicht ausgemacht und ausgeschaltet werden kann. Für einen Unerfahrenen wird es wohl eher wie eine Verzierung der Rüstung erscheinen, die, einhergehend mit der anderen Zier, keine Beachtung verdient.

 

Die Truppenarten

Damit ein Templerheer vielfältig gestaltet ist, gibt es unterschiedliche Ausbildungen der einzelnen Soldaten, die schließlich ein versiertes Gesamtbild stellen. In einer Armatur, einer dieser Templerfamilien, ist immer nur eine Truppenart vertreten. Fünf dieser Arten gibt es, wie die Finger einer Hand, die erst gemeinsam, zur Faust geballt, ihre gesamte Schlagkraft entwickelt.

 

Der Veles

Diese leichtgerüsteten und wendigen Soldaten übernehmen die Aufgaben eines Plänklers. Nicht nur können sie unentdeckt das Schlachtfeld ausspähen und so die taktischen Vorteile an ihre Familie übergeben, sie schalten auch bei Gelegenheit schlecht gerüstete Feinde aus oder nutzen sogar Sprengstoffe, um bereits vor einer Schlacht beachtlichen Schaden zuzufügen. Um nicht durch sperrige Waffen behindert zu werden, greifen sie auf kurze wie Schwerter, Messer oder Dolche zurück. Manche unter ihnen versuchen sich auch an Sicheln oder führen Netze mit sich, mit denen sie ihre Feinde unbeweglich machen.

 

Der Umbus

Dieser Waffentrupp hat sich dem Sturm verschrieben. Furchtlos und angriffslustig werfen sich die Umbi mit lautem Geschrei in die Schlacht – weit vor den anderen Templern. Mit ihrer schweren Rüstung und ihren wuchtigen Schilden können sie oft die ersten Angriffe aushalten und schützen damit ihre Verbündeten, die leichtere Rüstungen tragen und danach zum Zug kommen. Sie nutzen vorzugsweise schwere und wuchtige Waffen, um Rüstungen und Traumsaatpanzer zu zerschlagen, also finden sich häufig Streitkolben, Äxte, Streithämmer und Rottschwerter in ihrem Repertoire.

 

Der Lancearius

Lanceari stellen die Verteidigung der Angeliten gegen herannahende Feinde dar. Sie sind stets in disziplinierten und festen Trupps eingeteilt und bewegen sich wie ein Mann. Sollte es nun zu einem Angriff kommen, bieten die Lanceari dem Feind die Stirn, indem sie ihre Lanzen nach vorn ausrichten, das Ende im Boden verkeilen und so den Sturm abfangen. Nach dem ersten Treffer müssen sie schnell auf kurze Waffen wechseln, um ihre Waffenbrüder nicht zu gefährden, daher nehmen die meisten als Zweitwaffen kurze Schwerter.

 

Der Pala

Dieser Templertrupp ist weniger an dem Schlachtgeschehen als an der Vorbereitung dazu beteiligt. So bringen sie Fallen an entscheidenden Stellen an, räumen Hindernisse aus dem Weg und schaffen Barrikaden und schützende Gräben, um ihren eigenen Truppen einen Vorteil zu verschaffen. Daher tragen diese Templer häufig eher Werkzeug – wie die namensgebende Pala (Schaufel) –  oder Sprengstoff mit sich herum. Doch auch sie können sich vorzüglich im Nahkampf behaupten und tragen daher Schwerter oder Hastas bei sich.

 

Der Eques

Die wohl prestigeträchtigste, da auch teuerste Gattung der Templer ist der Eques. Nicht nur genießt er die Templerausbildung an der Waffe, ihm wird auch ein Kriegspferd gestellt, das die hohen Kosten schnell erklärt. Dadurch ist diese Truppenart bei weitem die mobilste, aber auch am wenigsten vertreten. Seine Waffen sind oft Äxte, Streitkolben oder auch Lanzen, wobei er letztere zum Ansturm verwendet und danach auf die handlicheren ausweicht, um sich im Nahkampf behaupten zu können.

 

Die Beutereiter

 

Die Beutereiter sind die schwarzen Reiter des Schreckens, die von Zeit zu Zeit in die Dörfer kommen und den Kirchenzehnt einfordern. Nicht nur ihre Rüstungen, sondern auch ihre Pferde sind schwarz und in den meisten Menschen wecken sie ausreichend Angst, dass sie sich nicht dem Willen dieser finsteren Gestalten entgegen stellen wollen. Doch auch die Beutereiter sind im Namen der Kirche eingestellt, und werden nicht selten von einem Armatura der Templer angeführt, der mit strengem Blick darüber wacht, dass kein Beutereiter über die Stränge schlägt. Ist dem allerdings nicht so, muss der Komtur, wie der Anführer einer Rotte Beutereiter genannt wird, der Kirche einen Eid schwören. Er wird demnach auch von ihr bezahlt und teilt die Entlohnung auf seine Rotte auf.

Jede Rotte an Beutereitern hat auch einen Rottmeister, der für die Belange der Reiter einsteht und stets ein Auge auf sie hält, denn die Arbeit, die zu erledigen ist, ist kräftezehrend und zermürbend. Schließlich schlägt einem in jedem Dorf, das man betritt, Angst und Hass entgegen.

Den Zehnten, den sie eingetrieben haben, transportieren sie schließlich zum nächsten Kloster, wo sie Getreide, Geld und Kinder abgeben. Auch sie sind dem kirchlichen Gesetz verpflichtet und daher stets dafür verantwortlich, dass es den Kindern an nichts fehlt. Aber meist ist es so, dass die Kinder höchst amüsiert und Heiter in dem nächsten Kloster eintreffen.