Die geheime Welt der Katzen #12: Katzen sind anders…

Oder warum Orientalen die besseren Spielercharaktere sind

Ein Gastbeitrag von Teddy @ Neue Abenteuer

Bis Caninus und ich vor sechs Jahren zusammengezogen sind hatte ich nie eine Katze. Freunde und Bekannte, die hatten Katzen, und es gab in der Nachbarschaft immer wieder kleine freundliche Fellknäul, aber ich hatte keine praktische Erfahrungen mit Katzen. Mit anderen Worten, ich hatte keine Ahnung worauf ich mich einlasse, als sie meinte, wir sollten uns Katzen zulegen. Klar, ich liebe Katzen, ich bin dabei – was soll denn schon schiefgehen.

 

Ich hatte ja keine Ahnung, wie wenig ich über Katzen wusste.

 

Und da ich mir dachte das ich wohl nicht der Einzige sein würde, dem es so gehen würde, dachte ich als Dominik mich um einen Artikel zum Thema Katzen im Rollenspiel bat, das wäre doch eine wunderbare Gelegenheit um ein paar Punkte klar zu stellen, wenn es um Katzen geht. Das sind zugegebenermaßen alles persönliche Beobachtungen, aber vielleicht hilft das dem einen oder dem anderen da draußen, der noch keine Erfahrung als Plüschbespaßer hat.

 

Von Links nach Rechts: Juki, Dalek, Inui (R.I.P.), Schnüffel)

 

 

Katze ist nicht gleich Katze

Wir haben alle irgendwie diese Vorstellung davon, wie Katzen sind: Einzelgänger, launisch, und unheimlich unabhängig. Das ist auch nicht ganz falsch, aber… so ganz richtig ist es auch nicht. Zumal das tatsächlich eher die Katzen beschreibt, nicht so sehr die Kater. Und es ist auch eine sehr rassenabhängige Sache. Unsere Jungs sind ja Orientale – wir haben derzeit einen Balinesen und zwei Siamesen – und die sind immer recht anhänglich und sehr aktiv. Ganz anderes dagegen Perserkatzen, welche man durchaus wo abstellen kann, und die ein paar Stunden später genau so wieder vorfinden kann. Wer also eine bestimmte Katze vor Augen hat, die unbedingt gespielt werden möchte, der sollte sich vorher ein wenig über die Eigenheiten der Rasse informieren. Beispielsweise sind Orientalen – und Naktkatzen – furchtbar neugierig, und haben alle ein wenig ADHS…

 

Einzelgänger?

Katzen stellt man sich auch gerne als reine Einzelgänger vor. Ganz falsch ist das nicht, vor allem wenn man es mit den Mädels zu tun hat, aber tatsächlich sind Katzen recht soziale Tiere, auch wenn es im Gegensatz zu Hunden keine Rudeltiere sind. Katzen suchen immer wieder Gesellschaft, und bevorzugt die von anderen Katzen. Wir Menschen sind bequeme Kissen, man kann sich ganz toll nachts an uns wärmen, und die meisten Katzen lieben ihre Menschen, aber… So richtig spielen und raufen kann man eigentlich nur mit anderen Katzen. Bei manchen Rassen grenzt es an Tierquälerei wenn man sie alleine hält, und eigentlich sollte man immer zwei Katzen gleichen Alters zusammen halten. Es ist im Übrigen nicht wahr das Katzen keine Beziehung zu ihren Menschen aufbauen, sie sieht nur anders aus als bei Hunden. Liebesbisse, putzen, sich auf das Gesicht niederlassen weil man Nähe sucht…

 

Die Katzenwelt ist eine Andere

Katzen können gar nicht so gut sehen, wusstet ihr das? Sie hören sehr gut (Vor allem wenn die Schublade mit den Leckerli geöffnet wird…), sie haben diese tollen Tasthaare, aber Sehen ist nicht so ihre Stärke. Und wenn wir schon beim Sehen sind – mit dem Finger auf etwas zu deuten bringt bei Katzen nichts. Auf Grund ihrer Jagdweise schauen Katzen im Gegensatz zu Hunden nicht dahin, wo ihr hingedeutet habt, sondern auf euren Finger. Im Gegensatz zu uns haarlosen Affen oder zu unseren unterworfenen Wölfen betrachten Katzen auch Räume nicht als eine Ebene, sondern in allen drei Dimensionen, weswegen Klettermöglichkeiten so wichtig sind: wenn Katzen uns oder einander aus dem weg gehen wollen, oder sich erschrocken haben, bevorzugen sie es, möglichst hohe Punkte aufzusuchen (Das sie nicht wieder runterkommen hat wieder was mit der eingeschränkten Sicht zu tun…).

 

Unterhaltung

Katzen maunzen nicht. Zumindest nicht unter einander oder in freier Wildbahn. Maunzen ist etwas, das Katzen nur tun, wenn sie ganz klein sind bzw. Junge haben, oder wenn sie mit Menschen reden – und sie reden mit uns, keine Frage. Schnüffel, der Kater aus unserem „Stolz“ der mich als sein Mensch adoptiert hat, redet mehr mit mir als mit Caninus, und hat einige bestimmte Laute, welche er nur verwendet wenn er mit mir reden will. Jeder kennt die Geschichten, wonach Siamesen ständig reden würden. Ganz falsch ist das auch nicht, unsere Jungs reden vergleichsweise viel mit uns – aber sie würden mehr mit uns reden, wenn sie nicht jeweils zwei andere Spielkameraden hätten, mit denen sie sich beschäftigen könnten. Ach ja, wußtet ihr eigentlich, das Großkatzen nicht richtig schnurren können?

 

Es gibt natürlich noch einiges, was ich euch über (unsere) Katzen erzählen könnte, aber das ist so ein wenig das Problem: es wäre nur was über unsere Katzen. Katzen sind viel mehr noch als Hunde sehr individualistisch. Bloß weil unser Juki es sich angewöhnt hat, zu klagen wenn wir unter der Dusche stehen, weil wir ja ertrinken könnten, heißt das nicht, das eine andere Katze das auch tun würde. Aber ich hoffe, ich konnte euch hier ein wenig zeigen das Katze halt nicht gleich Katze ist, und das man wenn man sich die verschiedenen Rassen so anschaut, man sich auch leicht Inspiration für Aspekte besorgen kann.

 

Außerdem sind Katzen nun mal keine komischen Hunde. Hunde verstehen halt, das wir Anders sind, und finden uns irgendwie süß. Katzen sehen uns als etwas zu groß geratene, etwas unfähige Katzen an, und das sollten wir als Lob verstehen. Schließlich waren Katzen mal Götter…


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