Du hast keine Fate-Würfel zur Hand?

Manchmal möchte man Fate spielen und die Würfel sind gerade keine Option. Das kann drei Gründe haben:

1) Man will spontan spielen und hat keine da, schlie&szliglich sind sie auch unter Rollenspielern weiterhin die Seltenheit.

2) Man spielt an einem Ort, an dem Würfeln allgemein schwierig ist (z. B. im Auto oder im Zug).

3) Man will mehr Optionen, als die typischen Fate-Würfel erlauben.

Für diesen Fall gibt es natürlich Alternativen:

1) 4W6: Der Klassiker ist es, einfach 4W6 zu nehmen. Dann liest man jede 5 oder 6 als +, jede 3 oder 4 als 0 und jede 1 oder 2 als -. Das ergibt genau dieselben Wahrscheinlichkeiten, weil ein Fate-Würfel in der klassischen Notation 1W3-2 ist. (Und vier davon somit 4W3-8.)

2) Die Fate-Karten: Dabei handelt es sich um 81 Karten, die genau die Wahrscheinlichkeitsverteilung von Fate-Würfeln abbilden. Neben dem offensichtlichen Vorteil, dass sie auto- und bahnkompatibel sind, eröffnen sie vor allem den Weg zu optionalen Regeln.

Man kann spezielle Würfelkombinationen an spezielle Effekte koppeln (dann wäre die seltene Kombination 0000 etwas anderes als andere Fälle mit dem Ergebnis ±0).

Man kann Ergebnisse speicherbar machen. (Also wenn jemand für eine ihm eher unwichtige Probe eine hohe Karte kriegt, kann er alternativ freiwillig scheitern und die Karte dafür für eine spätere Aktion aufbewahren.)

Man kann ohne Zurücklegen spielen und die Karten erst neu mischen, wenn ein besonderes Ergebnis kommt. (Wenn man zu Beispiel verbrauchte Karten erst wieder reinmischt, wenn die ---- kommt, dann erzeugt das eine Spannungskurve, bei der allen Spielern klar ist, dass irgendwann sicher die Katastrophe kommen muss und dass sie umso wahrscheinlicher wird, je länger man ihr bisher entging.)

Die Karten finden sich hier: Shop Uhrwerk-Verlag

3) Würfel-App: Gibt es hunderte. Und wie gesagt: 4WFate sind 4W3-8. Selbst wenn die App keine Fate-Würfel anbieten, kann man sie meistens so einprogrammieren.

4) Eine Stoppuhr: Ideal für Leute, die noch ein Dummfon haben. (Schlaufone können ja mit Würfel-App betrieben werden.) Eigentlich kann jedes Gerät, dass Zufallszahlen zwischen 1 und 81 erzeugen kann, genutzt werden. (z. B. 1W100) Aber im simpelsten Fall nimmt man eine Stoppuhr und stoppt willkürlich Zeiten. Die Hundertstelsekunden sind dann das Ergebnis, das wie folgt umgerechnet wird:

 1 -4
2-5 -3
6-15 -2
16-31 -1
32-50 ±0
 51-66  +1
 67-76  +2
77-80  +3
81  +4
 82-00 Neu Würfeln!

5) Verkappte Fate-Würfel: Wenn man sich aufmerksam umsieht, kann man jede Mengen Würfel entdecken, die heimlich W3 sind und deshalb als Fate-Würfel dienen können. Gerade bei Würfeln, die nur Symbole tragen durchaus nicht selten. Sei es der Farbwürfel aus dem Kinderspiel oder der Star-Wars- Würfel. (Ich habe aus alten Star-Wars-Spielen vier Würfel, die jeweils zwei blanke Seiten, zwei Lichtschwert-Seiten und zwei Darth-Vader-Seiten aufweisen. Voila, Star-Wars-Fate-Würfel! Stimmungsvoll für jede Star-Wars-Kampagne, hipsterironisch für jede Star-Trek-Kampagne.)

7) Baby’s First Fudge Dice: Für den Bastler Fate-Würfel zum Selbermachen. Details hier: http://www.sinisterforces.com/wp-content/uploads/2011/04/BabysFirstFudgeDice.pdf

8) Schere-Stein-Papier: Vier Partien ergeben einen Würfelwurf – jeder Sieg ist ein +, jeder Niederlagen ein -, Gleichstand entspricht 0. Dauert lange, erfordert dafür aber auch keinerlei Material au&szliger Hände.

9) +W6-W6: Hier ist die Wahrscheinlichkeitsverteilung eine andere. Nicht nur sind +5 und -5 plötzlich möglich, die Verteilung ist auch keine Glocke mehr und neigt viel mehr zu Extremen. Für Genres wie Pulp oder Superhelden einen Gedanken wert.

10) Campaign Coins: Die sind nicht nur einige der schicksten Fate-Punkte unter der Sonne, sie können auch die Würfel ersetzen. Auch hier kommt die Wahrscheinlichkeitsverteilung aber nicht ganz hin, wobei es eher die mittleren Werte sind, die häufiger auftreten. (Die Verteilung wird besser, je mehr der Münzen man besitzt, was ganz im Sinne des Herstellers sein dürfte.)

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